„Manuka Honig“

Probieren Sie einmal…“

Manuka Honig, verschiedene MGO Werte, in Originalverpackungen, Foto Ute Boysen

Kurz vor der Adventszeit über Honig zu schreiben, lässt schnell vermuten, dass es sich um ein neues Produkt für die Weihnachtsbäckerei handelt. Doch weit gefehlt! Denn obwohl der Manuka Honig zu den Lebensmitteln zählt, wird er schon aufgrund seines Preises eher nicht zum Kochen oder Backen verwendet. Nun fragt sich vielleicht der eine oder andere unter Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wie denn bitte ansonsten ein Honig im Haushalt eingesetzt werden soll. Und genau dazu habe ich für Sie recherchiert und kann auch aus eigener mehrjähriger Erfahrung berichten.

„Manuka“ nannten die Ureinwohner Australiens, die Maori, den Manukastrauch, der botanisch Leptospermum scoparium  und umgangssprachlich auch Neuseelandmyrte oder Südseemyrte benannt wird. In verschiedensten flachen, aber auch einsamen bergigen Regionen Australiens und Neuseelands – und nur dort – wird der echte Manuka Honig gewonnen und verarbeitet. Dies ist besonders erwähnenswert, weil  aufgrund der gestiegenen weltweiten Nachfrage immer wieder nachgemachte „angebliche“ Manuka Honig Sorten angeboten werden. Doch dazu später mehr.

Auch für die Gewinnung des Manuka Honigs werden selbstverständlich Bienen benötigt. In den Gebirgsregionen Neuseelands, in denen der bis zu vier Meter hohe Manukastrauch unter anderem wächst, sind allerdings keine Bienenvölker ansässig, um es einmal vereinfacht auszudrücken. Zur Gewinnung des Blütennektars aus den rosafarbenen Blüten werden deshalb „Ligustica-Bienen“ in die entsprechenden Regionen transportiert. Diese ursprünglich in Italien beheimatete Bienensorte ist bekannt für große Anpassungsfähigkeit, Friedfertigkeit und Sammelfleiß.  Damit nun die Bienenvölker tatsächlich nur, oder fast ausschließlich die Blüten der Manukasträucher aufsuchen,  ist der Standort der Imker extrem wichtig. Andere Blühpflanzen, möglicherweise sogar mit Pflanzenschutzmitteln versehen, würden die Reinheit des Manuka Honigs zunichtemachen.

Kommen wir nun zur Buchstabenkennzeichnung MGO (Methylglyoxal) auf den Manuka Honig Verpackungen, die für den Verbraucher von Interesse ist. Das durch den Abbau von Zucker entstandene MGO gilt als wichtigster Inhaltsstoff des Honigs und wirkt nachgewiesenermaßen antibakteriell. Im Gegensatz zu anderen Honigsorten, die MGO in nicht erwähnenswerten Mengen beinhalten, ist er im Manuka Honig  in extrem hohen Werten vorhanden. Die Angaben MGO 100+, 250+, 400+ oder 700+ bedeuten, dass in einem Kilogramm Honig 100, 250, 400 oder 700 mg des wertvollen MGO enthalten sind. Je höher der Anteil des antibakteriellen Wirkstoffes, desto gesünder also der Honig, aber auch um so teurer.

Zudem soll er antiviral (gegen ein Virus gerichtet) und antimykotisch (gegen Pilze wirkend) sein. Was nun die antivirale Wirkung angeht blicke ich auf meine mehrjährige Erfahrung mit dem Manuka Honig MGO 250+ zurück. Wann immer mich die ersten Schnupfenviren angreifen nehme ich morgens und abends je eine Teelöffelspitze Honig zu mir. Einige Tage dauert der Schnupfen an, dann bin ich befreit. Früher hat mich jeder Schnupfen erheblich länger im Griff gehabt. Eine sehr gute Linderung bietet der Honig ebenfalls bei Halsschmerzen oder Magenbeschwerden, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Im Internet finden sie zahlreiche Informationen zu den verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten.

Kommen wir noch einmal zurück zu den „angeblichen“ oder gar „gefälschten“ Manuka Honig Angeboten, die überhaupt kein MGO enthalten. Wenn ein Produkt nur in begrenzter Menge anwächst, gewonnen oder hergestellt werden kann, die Nachfrage weltweit aber steigt und steigt, dann gilt es besondere Vorsicht walten zu lassen beim Kauf. Der genaue MGO Gehalt oder aber die UMF (Unique Manuka Factor) Angabe sollten unbedingt auf dem Etikett verzeichnet sein (UMF lautet die Einstufung des MGO durch die neuseeländischen Behörden). Achten Sie außerdem darauf, dass der Honig aus Australien/Neuseeland kommt. Alle drei Faktoren schließen eine Fälschung aus.

Und was macht den Manuka Honig nun so teuer? Es ist der enorme Arbeitsaufwand, der mit dem Bienentransport in die Regionen beginnt, sich fortsetzt in der Imkerei und mit dem Übersee-Schiffs-Transport des Endproduktes Honig durch die Zollabfertigungen und Gesundheitsüberwachungen (EU-Gesundheitszertifikat) endet. Der lange Weg über rund zwei Monate mit recht hohen Kosten verbunden schlägt sich letztendlich auf den Preis nieder. Nicht zu vergessen: der echte Manuka Honig steht nur begrenzt zur Verfügung!

Dieser Bericht wurde verfasst, um Ihnen den Manuka Honig vorzustellen. Im Krankheitsfall befragen Sie bitte zuerst Ihren Arzt zu Anwendung oder Verzehr. Von Diabetes Betroffene und Kinder unter einem Jahr sollten den Honig nicht einnehmen.  Weitere Informationen finden Sie im Internet.

(Erstveröffentlichung Okt. 2017)

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