Markenprodukte – Begleiter durch’s Leben

Markenprodukte, verschiedene altbekannte Produktnamen, Foto Ute Boysen

Hipp, Penaten und Persil

Vor kurzem ist mir im Haushalt aufgefallen, dass ich Produkte im Bad oder beim Putzen schon ewig kenne…  Geht es Ihnen ebenso? Im Gespräch mit unserer Tochter, die ihr erstes Kind erwartet fiel dann auch noch die Frage, ob ein  „Didimos Tragetuch“ notwendig sei und ob ich als Mutter dreier Kinder die Babynahrung „Hipp“ oder „Alete“ vorgezogen hätte….

Grund genug, mir einmal Gedanken zu machen über Unternehmen oder Produkte, die nur kurzfristig auf dem Markt erhältlich oder aber seit Jahrzehnten bekannt sind. So fiel mir zum „Didimos-Tragetuch“ spontan mein eigenes Ausprobieren ein. Schon damals im Jahr 1979 war der Anschaffungspreis recht hoch. Als das in den 70er Jahren-Farben orange, braun, beige gemusterte Tuch dann bei unserem Baby zum Einsatz kam hatte ich persönlich erhebliche Probleme mit der Handhabung und mit meiner Körperhaltung. Ich benutzte das Tragetuch nur sehr selten und zog andere Trage-Möglichkeiten für unser Kind vor.

Markenprodukte, 1979 das Didimos Tragetuch, Foto Ute Boysen privat

Seit fast 50 Jahren gibt es bereits die Babymilchnahrung „Aptamil“ und  noch älter ist die Milupa-Säuglingsernährung, die seit 1946 schon im Handel erhältlich ist. Ich habe 1979 zu gegebener Zeit mit den Produkten der Firma Milupa gute Erfahrungen gemacht. Heute sind zusätzlich andere Herstellerfirmen mit anderer Milchpulvernahrung im Angebot und häufig habe ich den Eindruck, dass die jungen Mütter mit einem Überangebot an verschiedenen Markenprodukten überfordert werden könnten. Da sind die „Alete- und Hipp-Gläschen“ schon einfacher einzuordnen, denn sie können viel problemloser ausprobiert werden als die Anfangsmilch (nach dem Stillen oder stattdessen). Hier ist es wohl für die Kleinen reine Geschmacksache – und das war es auch schon 1979.

Zur Grundausstattung gehörte damals für uns junge Mütter die „Penaten-Creme“, patentiert im Jahre 1904, die auch schon meine Mutter kannte und die auch noch heute einen guten Marktanteil besitzt. Bei unzähligen kleinen Wehwehchen wurde sie eingesetzt, auf den wunden Po gecremt oder auch heute noch auf kleine Wunden gegeben. Ich möchte sie nicht missen. Doch als unser erstes Enkelkind zur Welt kam und ich die Penaten-Creme ansprach, da hieß es erstaunlicherweise, dass viele andere Marken aufgrund der Inhaltsstoffe heute bevorzugt würden. Hier spielen Forschung und Wissenschaft eine Rolle und letztendlich jahrzehntelange Erfahrungen.

Das Waschpulver „Persil“, ebenfalls schon seit 1907 auf dem Markt, hat dank intensiver Werbemaßnahmen in allen zur Verfügung stehenden Medien der vergangenen 110 Jahre und aufgrund überaus positiver Verbrauchererfahrungen bis heute nichts an Popularität verloren. Mit dem Scheuermittel „ATA“ können wir seit 1920 putzen und das Geschirrspülmittel „Pril“ erleichtert uns seit 1951 das mühevolle Reinigen zahlloser Geschirrberge.

Und noch ein Gegenstand ist mir recht gut in Erinnerung, nämlich immer dann, wenn ich Prospekt-Angebote über Auto-Kindersitze sehe – der gute alte „Peggy-Römersitz“ in schwarz und mit einem orangefarbenen Tischvorsatz. Ich habe ihn geliebt, denn die Handhabung war einfach, das Kind saß superbequem und das Tischchen war immer eine wunderbare Ablage für Essen, Spielzeug oder Bücher. Rund dreißig Jahre wurde dieser Kindersitz hergestellt. Aber auch dann folgten nach neuesten Erkenntnissen andere Folgeprodukte.

Mir fällt noch die nicht wegzudenkende „Nivea-Creme“ ein,  das seit über 110 Jahren hilfreiche „Aspirin“ und das seit rund 100 Jahren bekannte „WICK VapoRub“, erfunden von einem Apotheker aus North Carolina. Selbst im Küchenschrank sehe ich die altbekannte Flasche „Maggi Würze“ (schon 1886 erfunden!), „Knorr“ Produkte (Firmengründung 1838) und „Mondamin Speisestärke oder Soßenbinder“ (Mondamin = Wortmarke, heute Firma Knorr).

Würde ich noch weiter in unserem Haushalt durch die Schränke schauen oder durch die Geschäfte streifen, dann bin ich sicher noch erheblich mehr seit Jahrzehnten bekannte Produkte zu finden.  Es sind sicher nicht Nostalgie-Gründe, die diese Flaschen, Töpfchen, Tiegel oder andere Waren auch weiterhin im Handel erhältlich sein lässt. Vielmehr wird es die Qualität sein, die so lange schon Verbraucher verschiedener Generationen überzeugt. Und so gesehen werde auch ich immer wieder Neuheiten ausprobieren – aber ganz sicher bleibe ich bei „meinen“ Produkten, die ich schon immer benutzt habe. Ist es bei Ihnen ähnlich?

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