Mastektomie – persönlicher unerwarteter Schock

Traurigkeit, Foto Free-Photos auf Pixabay

Nachdem wir längere Zeit reisend unterwegs waren (Bericht folgt), und meine innere Unruhe ständig zunahm, möchte ich heute berichten, was sich persönlich gesundheitlich in der Zwischenzeit ereignet hat.

Die Physiotherapie-Einheiten bis Juli haben leider keine wirkliche Linderung der Brust- und Achselschmerzen bewirkt. Zur Information und Erinnerung: der Latissimus-Dorsi Muskel, mit dem im Jahr 2004 nach der ersten Brustkrebserkrankung die rechte Brust zu Zwei Drittel wieder aufgebaut wurde, hat sich im Laufe der Jahre im Brustbereich aufgelöst und im Achselbereich verwachsen. Die Operation im Jahr 2008 nach der zweiten Brustkrebserkrankung verlief noch komplikationslos. Doch 2018, nach der dritten Brustkrebserkrankung begannen die Schmerzen und die optischen Veränderungen. Es war wohl zu viel an Erkrankungen, Eingriffen, Wundwasser-Punktionen.

Seit zwei Jahren musste ich nun sehr oft zur Chirurgin ins Brustzentrum fahren, um das Wundwasser punktieren zu lassen. Doch im Februar d. J. hat die Ärztin eine andere Entscheidung getroffen. Ich sollte mich jetzt im November, nach Ablauf der 2 Jahres Frist nach der Brustkrebs-Operation, einer erneuten Operation unterziehen, um die Brust zu öffnen und mit Eigenfett optisch in eine annähernd ursprüngliche Form zu bringen. Stark vereinfacht ausgedrückt. Der Besprechungstermin mit erneuter Ultraschall-Untersuchung erfolgte vor zwei Tagen. Und seitdem ist wieder nichts wie vorher…

Der Befund war eindeutig: der innere und äußere Zustand meiner rechten Brust ist stark verändert, und leider zum Negativen hin. Laut meiner Chirurgin kann sie die Brust nicht mehr erhalten. Eine Eigenfettbehandlung mache keinen Sinn mehr, da sowohl wieder eine große Menge Wundwasser vorhanden sei (bedingt durch 15 entfernte Lymphknoten 2004 in der Achsel wird es nicht abtransportiert), als auch sehr viel nicht mehr durchblutetes, abgestorbenes Gewebe. Weitere Gründe, die ich in einfachen Worten nicht wiedergeben kann, führen nun dazu, dass sie mir dringend eine „Mastektomie“ (Entfernung der gesamten Brust) empfohlen hat. Verständliche Erklärungen hierzu finden Sie unter (https://www.netdoktor.de/therapien/mastektomie/). Gleichzeitig stellte mir die Ärztin aber auch die Aufbaumöglichkeit vor und zeigte mir Fotos mit Vorher-Nachher-Darstellungen anderer Patientinnen, die der Chirurgen-Kollege der Uniklinik Bochum zur Verfügung gestellt hatte.

Was solch‘ eine Diagnose gefühlsmäßig anrichtet, ist sicher vorstellbar. Und so zog es mir mal wieder die Füße unter dem Körper weg.

Nun habe ich Mitte Oktober in der Uni-Klinik in Bochum einen Besprechungs- und Beratungstermin und dort werden wir alles Weitere festlegen.

Momentan befinde ich mich noch in einer Art Schockzustand und versuche irgendwie mich abzulenken. Und hin und wieder blitzt ein kleiner Gedankenstrahl auf: ich werde keine Schmerzen mehr haben nach diesem wirklich großen Eingriff. Die neue Optik wird mein Selbstwertgefühl stärken, mich emotional stärken. Ich benötige keine Spezial-BHs mit Spezial-Einlagen mehr, keine Einlagen in der Badekleidung… Wie gesagt, kleine Kurzgedanken, die mir aber helfen, mit der Diagnose Brustentfernung Stückchen für Stückchen fertig zu werden.

Und einen weiteren Punkt mache ich mir immer klarer: 3 x Brustkrebs in 14 Jahren immer an der gleichen Stelle… Es ist bestimmt besser, diese Brust ganz zu entfernen, doch der Gedanke ist wirklich schwer zu ertragen. Ich habe schon so viel geschafft – das werde ich auch noch schaffen, so mache ich mir Mut.

Und doch ein winziger Hoffnungsschimmer: Vielleicht sieht der Chirurg in Bochum Mitte Oktober doch noch eine andere Möglichkeit…

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