Natürlicher Pflanzendünger aus der Küche

Blühende Blumen, Foto Petra Faltermaier auf pixabay

Es gibt wirklich wenige Menschen, die Pflanzen verschiedenster Art gar nicht mögen. Die Mehrheit liebt Blumen, Blüten und Farbgeber im Wohn-, Balkon- oder Gartenbereich. Aber Pflanzen, egal ob blühend oder nur grün, benötigen neben Licht und Wasser auch Dünger, selbstverständlich auch Gemüse- oder Obstpflanzen.

Am schnellsten und einfachsten erscheint das Düngen mit den zahllosen Fertigprodukten in Tabletten-, Pulver- oder Flüssigform. Sie sind teilweise recht preiswert und häufig genug greifen wir Verbraucher aus Bequemlichkeit zu diesen Mitteln. Es ist auch tatsächlich bequem, denn alles, was unsere Pflanzen benötigen an Nährstoffen, ist in den Fertigprodukten wohldosiert und abgestimmt auf verschiedenste Pflanzenarten. Aber es sind nun einmal Chemieprodukte.

Gartenerde, foto jing auf pixabay

Wer nun ganz gezielt für die Pflanzen etwas Gutes tun und trotzdem biologisch gut verträgliche Mittel auf natürlicher Basis in die Erde bringen möchte, der kann sich aus der Küche zahlreiche „Abfallprodukte“ dafür zu eigen machen, ohne einen Komposthaufen anlegen zu müssen.

Kaffeesatz
Mit dem fast täglich anfallenden Kaffeesatz können Sie hervorragend düngen. Aber Vorsicht! Ich selbst habe einige Tage Kaffeesatz aus dem Filter in ein Glas geschüttet und dann festgestellt, dass sich Schimmel gebildet hatte. Nicht genug damit habe ich auch noch diesen halbfeuchten Kaffeesatz im Blumenbeet verstreut… Gleich zwei fatale Fehler! Erstens sollte der Kaffeesatz auf einem flachen Behälter schön ausgestreut werden zum Trocknen und zweitens darf überhaupt kein verschimmelter Kaffeesatz auf die Pflanzenerde gebracht werden… Nun weiß ich es!

Die im Kaffeesatz enthaltenen Nährstoffe wie Kalium, Phosphor oder Stickstoff sind wichtig für unsere Pflanzen und so kann aus diesem biologischen „Abfallprodukt der Küche“ ein gleichzeitig kostenloses Düngemittel gesammelt und getrocknet werden. Diesen pulverigen Dünger nun in nicht zu großen Mengen um die Wurzeln der Pflanzen herum verstreuen und leicht einharken – fertig. Aber insgesamt sollte diese Art der Düngung nur etwa vier Mal jährlich erfolgen, da das Erdreich ansonsten zu sauer werden könnte oder (wie bei mir im Beet…)  die Pflanzen stark leiden.

Gemüsewasser
Gehören Sie zu Denjenigen, die Ihr Gemüse kochen? Dann schütten Sie vielleicht nach der angegebenen Kochzeit das Wasser von Kartoffeln, Brokkoli, Blumenkohl oder Kohlrabi direkt in die Spüle? Das wäre ausgesprochen schade, denn gerade in diesem Gemüsekochwasser befinden sich zahlreiche Mineral- und Nährstoffe, die das Gemüse beim Kochen abgibt. Das ist der Grund dafür, dass Ernährungswissenschaftler immer wieder darauf hinweisen, wie gesund „gedünstetes“ Gemüse ist, da durch diese Zubereitungsart sämtliche für uns wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Aber hier geht es nun um das Kochwasser und die Weiternutzung.

Enthält das Kochwasser keinerlei Salz oder andere Zusätze, so ist dies wiederum ein ideales Düngemittel für unsere Pflanzen. Abgekühlt in eine ausgewaschene Plastikflasche vom Duschmittel oder Shampoo gefüllt haben Sie so einen ständig zur Verfügung stehenden Pflanzendünger.

Zwiebelschalen
Ein aus Zwiebelschalen hergestellter Sud gilt als ideales Düngemittel für Gemüsepflanzen. Dafür die Zwiebelschalen aufkochen, ziehen lassen, abkühlen und durchsieben. Die Flüssigkeit dann wieder in ausgewaschene Plastikflaschen von Dusch-, Putz- oder Shampoo-Flaschen füllen und als Düngemittel bevorraten.

Kochwasser von Eiern
Wer oft und gerne gekochte Eier isst, der sollte keinesfalls das Eierkochwasser in die Spüle schütten! Eierschalen geben durch den Kochvorgang Sauerstoff, Kohlenstoff und Kalzium ab (letzteres verursacht leider die starken Kalkflecken im Kochtopf oder Eierkocher). Doch für unsere Pflanzen sind diese Mineralstoffe ideal. Abkühlen, aufheben oder direkt zum Gießen verwenden.

Backhefe
Ob ein Würfel Backhefe in 20 l Gießwasser aufgelöst tatsächlich eine Blüh-Explosion auslöst habe ich persönlich noch nicht ausprobiert – aber es wird immer mal wieder erzählt.

Teebeutel oder loser Tee
Auch die im zurückbleibenden Teebeutel oder in den zerkleinerten Teeblättern enthaltenen wertvollen Nährstoffe eignen sich wie schon beim Kaffeesatz erwähnt hervorragend als Düngemittel. Hier gilt allerdings in erster Linie „weniger ist mehr“ und es ist die Rede vom Schwarztee. Wie sich Kräuter- oder Früchtetee-Rückstände eignen scheint noch nicht ausprobiert worden zu sein.

Ergo: Wir befinden uns in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit wichtig geworden ist. Wiederverwendung einen großen Stellenwert erlangt hat und „biologisch“ kein Begriff mehr aus der Esoterik-Bewegung darstellt. Natürlichkeit, Chemielosigkeit, Alternativen – das alles prägt unseren Alltag mehr und mehr. Und wenn wir nach und nach auch unsere Pflanzenwelt mit biologischen Produkten unterstützen können, dann dient das letztendlich uns allen.

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