„Quinoa“

Probieren Sie einmal…“

Quinoa Mischung unverarbeitet, Foto Ute Boysen

Kaum ein Frauenmagazin ohne neue Diätvorschläge, keine Unterhaltungszeitschrift ohne Informationen über „Superfood“ und selbst die Tageszeitungen fügen ihren Seiten Lebensmittelberichte bei – kurz, die ganze Bandbreite der gedruckten oder digitalen Medien redet über gesunde Ernährung. „Quinoa“ (gesprochen „Kinoa“) gehört immer öfter zu den Themen. Grund genug für mich, es einmal auszuprobieren.

Fündig wurde ich im Biokaufhaus. Neben gepufftem Vollkorn-Quinoa fand ich ebenfalls eine feine Mischung Quinoa Tricolore. Die kleinen Kügelchen und kleinsten hell/dunklen Körnchen machten mich neugierig, so dass ich beide Produkte kaufte und probierte. Doch zunächst einmal wollte ich wissen, womit wir es zu tun haben bei „Quinoa“. Erstaunlicherweise erfuhr ich, dass dieses Pseudogetreide zu den Gänsefußgewächsen gehört, welche wiederum überwiegend Kräuter sind. Allerdings zählt auch der Spinat zu den Gewächsen. Der Begriff Pseudogetreide oder Pseudocerealie bedeutet, dass die Pflanze stärkereiche Körner produziert, ohne zum Getreide zu zählen.

Quinoa Mischung nach dem Kochen, Foto Ute Boysen

Obwohl sich bereits seit tausenden von Jahren die Andenbewohner Südamerikas von diesem Pseudogetreide ernähren, kennen wir Europäer es erst seit rund 25 Jahren. Eine große Bedeutung wurde nicht nur vom damaligen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon diesem Nahrungsmittel beigemessen, er erklärte das Jahr 2013  sogar zum „Jahr der Quinoa“.

Was macht nun dieses Pseudogetreide so interessant, dass wir es einmal probieren sollten? Hier fand ich verschiedene wissenswerte Gesundheitsaspekte. Wer unter einer Gluten-Unverträglichkeit leidet kann sich freuen, denn Quinoa enthält kein Gluten. Das basische Nahrungsmittel trägt zur Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes bei. Durch einen hohen Eiweißanteil eignet sich Quinoa für spezielle Ernährungsansprüche der Vegetarier oder Veganer und eine lang anhaltende Sättigung durch komplexe Kohlenhydrate wirkt Heißhungerattacken außer der Reihe vor. Daneben enthalten die Samenkörner sehr viel Calcium, Phosphor und Eisen, sowie Aminosäure Lysin, Folsäure, verschiedene Vitamine, Zink und Kalium. Mit solchermaßen gesunden Inhaltsstoffen sollten wir die Quinoa Samenkörnchen hin und wieder in unseren Speiseplan einbauen. Dafür ist es wiederum interessant zu wissen, wie und was wir überhaupt damit kochen, anrichten, zubereiten können. Die immer wiederkehrende Frage, die wir uns bei neuen oder unbekannten Ernährungsprodukten in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte, Bioläden oder Reformhäuser stellen.

Quinoa Mischung im Obstsalat mit Mandelblättchen, Foto Ute Boysen

Die Quinoa-Samen werden ganz einfach wie Reis gekocht, allerdings mit dem Unterschied, dass sie vorher gewaschen werden müssen. Zunächst einmal dürfen die Samenkörner nur im geschälten Zustand verzehrt werden, da die Schale mit schädlingsabweisenden bitteren Saponinen versehen ist. Selbst im geschälten Zustand sollten die Samen abgewaschen oder gekocht werden. Meine gekaufte Mischung Quinoa Tricolore beinhaltet bereits geschälte Quinoa Samen in den Farben weiß, rot und schwarz. Sortenunterschiede finden sich in der Kochzeit und Bissfestigkeit wieder. Der Geschmack ist meines Erachtens als eher verhalten nussig bis relativ geschmacklos anzusehen. Dafür ist die nach kurzer Kochzeit erreichte Konsistenz recht interessant körnig. Abgekühlt lassen sich die Quinoa-Körnchen nun sehr gut weiterverarbeiten in Quark- oder Sojajoghurt-Speisen, Obstsalaten oder herzhaften Salaten. Bei den Süßspeisen in Verbindung mit flüssigem Vanilleextrakt, Rohrzucker und Mandelblättchen ergeben sich verschiedenste nahrhafte und schmackhafte Frühstücksvarianten.

Das gekaufte „Vollkorn Quinoa gepufft, ungesüßt“ dagegen schmeckt mir persönlich nicht so recht. Ich empfinde es als geschmacklos und die schnell weich werdende Konsistenz im Fruchtsalat als eher unangenehm. Müslifreunde dagegen sehen vielleicht gerade darin eine Kaufanregung. Mein Fazit zu Quinoa: empfehlenswert als Ergänzung zum bisherigen Speiseplan. In diesem Sinne – Probieren Sie einmal!

Im Internet finden sich überdies Rezepte für gefüllte Paprika, Hackfleischpfanne mit Quinoa oder unter www.quinoa.info/suesse-rezepte.html ein Schokoladenkuchen-Rezept.

(Erstveröffentlichung 2017)

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