Reime-Weib

Selbstgemachtes – Bitte schmunzeln!

Schon manches Mal hab ich gedacht,
was doch das Reimen Mühe macht
und setz mich langsam hin und stier
auf Kugelschreiber und Papier.

Ich denk an Eugen Roth und lächle,
derweil ich mit der Linken fächle,
es ist zu warm in diesem Zimmer,
was soll ich schreiben – keinen Schimmer.

Zu „Bahnsteig“ will ich Worte finden,
in Lyrik feine Blüten winden,
in Kurzgeschichten Sätze schlicht –
was kümmert bloß der Bahnsteig mich!

Nun kau ich gar an Stiftes Stiel,
das, was mir einfällt, ist nicht viel.
Aus Muße ich die Silben zähle,
mich durch Gedankenfetzen quäle.

Um schließlich mich dann selbst zu fragen,
warum mit „Bahnsteig“ abzuplagen,
wenn auf das kleine Wörtchen „fliegen“
sich Worte reimen wie das „lieben“?

Und flugs gezückt den Kugelschreiber,
das ist ein Wort für Reime-Weiber –
doch wieder sitz ich da und stier
auf meinen Stift und das Papier.

Denn zu dem kleinen Wörtchen „lieben“
wurde schon viel zu viel geschrieben.

01.03.2012
©Ute Boysen

 

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