Städtetipp „Madrid“

Madrid Kanalisationsabdeckung der Stadt, Foto Ute Boysen

Im heißen Juli die spanische Hauptstadt Madrid zu besuchen mag nicht die beste Idee sein. Aber sie noch nie erlebt zu haben wäre mehr als schade, denn Madrid ist ein wirkliches „Erlebnis“.

Obwohl wir schon seit 44 Jahren dieses Land leidenschaftlich lieben, hat es uns tatsächlich erst jetzt in die spanische Metropole geführt. Madrid – das ist historische Geschichte, pulsierendes Leben, florierender Handel, die überaus freundlichen Madrilenen (so nennen sich die Stadtbewohner), aber auch Ruhezonen, wenn man sie denn aufsuchen möchte. Als wir Anfang Juli die Stadt erreichten, verwirrten uns erst einmal die zahlreichen gesperrten Straßen rund um die „Gran Via“, in welcher unser Hotel liegt. Das Polizeiaufgebot per Auto, Motorrad oder Einsatzfahrzeugen irritierte uns ebenso und es sollte noch einige Stunden dauern, bis uns der Grund klar wurde.

Madrid, zwei Teilnehmer(innen) der Madrid Gay Pride 2019, Foto Ute Boysen

Nachdem wir in diesem Stadtviertel überall Fahnen an den Fenstern, Hunderte bunt gekleideter junge und ältere Menschen sahen und wirklich jeder Laden und jede Fassade mit „Regenbogen-Artikeln“ versehen war, erkannten wir das gerade stattfindende Fest. Wir waren mitten in die „Madrid Gay Pride 2019“ geraten, die hier eine Woche lang gefeiert wird. Um was handelt es sich nun bei diesem Fest? Spanien ist erst einmal streng katholisch, dies vorweggenommen. Dennoch zeigt es in der Hauptstadt eine große Akzeptanz und auch Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern. Die Feiernden von heute setzen sich für die Rechte dieser Mitmenschen durch friedliche und fröhliche Paraden ein, und das weltweit. Zurückzuführen ist das Fest auf die vor genau 50 Jahren in den USA stattgefundenen Polizeiübergriffe in einer Schwulenbar in New York, in der Christopher Street. Daher der Name „Christopher Street Day“, wie es in einigen Städten Deutschlands genannt wird. Die eigentliche Parade in Madrid am 7.7.2019 haben wir leider nicht mehr anschauen können. Unser Weg führte uns weiter.

Dennoch, die Tage vorher schon waren ein Erlebnis. Tausende von Besuchern und Einheimischen bevölkerten tagsüber schon die Straßen und Plätze. Am Abend die zahlreichen Live-Musik-Shows in der Stadt mit zu erleben, die teilweise schillernden Teilnehmer zu sehen, mitten im fröhlichen Durcheinander staunend dabei zu sein – das war schon eine neue Erfahrung.

Madrid, Buslinie Madrid City Tour, Foto Ute Boysen

Doch das ist natürlich nicht das Alltags-Madrid. Und so schauten wir uns die weit auseinanderliegenden historischen Gebäude mit dem Bus der Firma „Madrid City Tour“ an. Diese Stadtrundfahrten nach dem Prinzip „eine Karte kaufen, aussteigen oder zusteigen wo immer Sie möchten“ ermöglichen es, auf einfachste Art und Weise interessante Gebäude oder Stadtviertel kennenzulernen. Die zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten können auch vom Bus aus problemlos fotografiert werden, da es gemächlich durch die Stadt geht. Und auch ohne spanische Sprachkenntnisse erfahren Sie über die ausgegebenen Kopfhörer in Ihrer eigenen Sprache alles über die Straßen, Gebäude oder Besonderheiten dieser faszinierenden Stadt.

Eine mit gleichem Fahrschein nutzbare zweite Tour führt in das „Moderne Madrid“, doch hat sich diese Fahrt unseres Erachtens nicht wirklich gelohnt, denn zahlreiche Straßen oder Plätze waren bereits in der anderen Route besucht worden. Fazit: in einem Tag ist tatsächlich Vieles zu sehen und zu besichtigen, doch um wirklich eintauchen zu können in diese Stadt sind zwei bis drei Tage ein „Muss“. Und diese Zeit werden wir uns bei unserem nächsten Besuch nehmen.

Madrid, Königlicher Stadtpalast, Teilansicht, Foto Ute Boysen

Die historische Geschichte der Stadt hier aufzuführen, das Alter, die wechselhaften „Herrscher“, Statistiken oder etwa die geografische Lage Madrids würde zu weit führen. Das alles können Sie hervorragend unter www.wikipedia.de nachlesen. Ich habe hier unsere persönlichen Eindrücke wiedergegeben und kann ruhigen Gewissens und mit allem Nachdruck die Stadt Madrid für einen geplanten Städtetrip empfehlen. Aber nehmen Sie sich Zeit mit, denn je nach Jahreszeit stehen enorm lange Besucherschlangen beispielsweise vor dem „Palacio Real“, dem Königlichen Palast oder anderen Sehenswürdigkeiten.

Madrid, traditionelle spanische Tapaz-Bar, Wanddekoration mit echten Stierköpfen, Foto Ute Boysen

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Besuch dieser faszinierenden europäischen Hauptstadt – und geniessen Sie auf jeden Fall die landestypischen Tapaz in einer der zahlreichen traditionellen Tapaz-Bars.

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