Schwerer als gedacht

Löwenzahnblüte wächst aus Steinfugen, Foto Ute Boysen

Die letzten Tage waren extrem anstrengend. War ich am Donnerstag nach der Verabreichung der ersten Chemo noch ganz gut zurecht und konnte ich sogar am Samstag noch ganz kurz mit in die Stadt fahren – so waren die nachfolgenden Tage wirklich schlimm. Von Tag zu Tag wurde es heftiger mit all den Begleiterscheinungen und auch Schmerzen.

Fast konnte ich dem Verlauf der Chemo-Flüssigkeit nachspüren, den diese im Körper genommen hat. Zuerst flatterten an den Fußgelenken und an der Wade sehr schmerzhaft die Venen. Danach begannen die Magen- und Bauchschmerzen, die ich tagelang nicht in den Griff bekam. Essen und Trinken waren fast unmöglich, die Mundschleimhaut ist stark angegriffen, die Zunge geschwollen. Mit einer zusätzlichen magenschonenden Tablette und ganz und gar anderen Lebensmitteln versuche ich jetzt den Körper zu stabilisieren. Und nun setzten die Knochenschmerzen ein, vergleichbar mit einem eingeklemmten Ischias Nerv im Rückenbereich und zusätzlichen ganzkörperlichem Muskelkater…

Nachdem ich mich also auf Baby-Nahrung aus den Gläschen, auf Kartoffelpüree und weichen weißen Toast beschränke und nur noch Kamillentee und Wasser trinke, geht es mir etwas besser. So hatte ich die Behandlung nicht in Erinnerung. Allerdings ist die jetzige Chemotherapie auch eine andere als damals. Aber, so sage ich mir trotz allem, sie wird wirken! Ich glaube fest daran, dass die durch die Tumorkonferenz festgelegten Behandlungen und Wirkstoffe helfen und ich in bestimmt absehbarer Zeit wieder stärker und schmerzfrei meinen Alltag bewältigen kann.

… die ersten Haare lockern sich und fallen aus. Am Wochenende hoffe ich soweit wieder fit zu sein, dass wir losfahren können, um eine „Erna“ auszusuchen. Ihr wisst ja „Erna“ nenne ich meine Perücken 🙂

Grüße an alle meine Blog-Besucher, Eure Ute

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