Spanien im Corona-Sommer

Spanien, Andalusien, Strand, ruhiges Meer und Fischerboot, Foto Ute Boysen

Wie immer, wenn es unsere Zeit erlaubt, verbringen wir diese am allerliebsten in Spanien. Genauer gesagt in Andalusien, tief im Süden. Wir lieben die Menschen, die Landschaft, das Klima bereits seit knapp 40 Jahren und fühlen uns fast schon heimisch. Dann plötzlich brach die seltsame Zeit der Corona Pandemie über die Welt herein. Spanien hat es heftigst getroffen.

Im Juli waren die Grenzen wieder geöffnet, das Schlimmste schien für unser Lieblingsland erst einmal überstanden zu sein und Touristen durften wieder das Land bereisen. Wir flogen also und fühlten uns vom ersten Tag an sicher. Und das aus verschiedensten Gründen. Zum einen, und das muss wirklich in aller Deutlichkeit einmal gesagt werden, hielten und halten sich die Menschen in der von uns bereisten Region absolut vorbildlich an alle Regeln und Vorschriften. Überall fanden wir Desinfektionsmöglichkeiten an den Eingängen zu Geschäften, Restaurants, Einkaufszentren, Behörden, Banken, ja sogar bei den beliebten Strandrestaurants, den Chiringuitos.

Und nicht nur das. Jeder trug eine Maske, denn die Verordnung lautete „Maskenpflicht“. Und der folgten sowohl die Spanier der Region, als auch der Touristen des eigenen Landes. Wir schlossen uns dem selbstverständlich an und nach kürzester Zeit ging uns das Tragen der Maske in Fleisch und Blut über, vergleichbar mit dem Anlegen des Sicherheitsgurtes im Auto. Wer allerdings selten bis gar nicht diesen Mund- und Nasenschutz anlegte, waren die jugendlichen Touristen aus Frankreich. Hier konnten wir immer wieder feststellen, dass gefeiert, getrunken und ohne Abstand auf engstem Raum gegessen wurde.

Spanien, Andalusien, Bergdorf Blick ins Tal, Foto Ute Boysen

Wir hielten uns viele Stunden am Tag im Freien auf und stellten sogar am Strand fest, dass die Spaziergänger bis auf wenige Ausnahmen ihre Masken trugen. Auch das haben wir verinnerlicht zum eigenen Schutz. Und so fühlten wir uns die ganze Aufenthaltszeit über sicher, denn auch an stärker besuchten Stellen wie Supermärkten oder Einkaufszentren versuchte jeder einen gewissen Abstand zu halten. Ein älteres Ehepaar aus Sevilla erzählte uns, dass sie den ganzen Sommer am Meer verbringen würden und nur kurz nach Sevilla zurückkehren, um Wichtiges zu erledigen. Dann wollten sie direkt zurückkehren, da auch diese Senioren eine größere Sicherheit am Meer empfanden, als in den Großstädten.

Und so vermuten wir, dass die enorm hohen Zahlen der an Corona Infizierten möglicherweise eher in den Großstädten wie Madrid, Barcelona, Malaga, Sevilla und Granada zustande gekommen sind, vielleicht sogar im Zusammenhang mit vielen Städtereisenden aus anderen Ländern.

Spanien, Andalusien, Bergdorf mit Blick auf das Meer, Foto Ute Boysen

Was wir allerdings auch wehmütig zur Kenntnis nehmen mussten, das sind die zahlreichen geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Bars, Andenkenläden, Cafés. Selbständigkeiten, die nicht überleben konnten in der langen Zeit des Lock down (deutsch: Ausgangssperre). Und nicht nur das. Kleine Bergdörfer, die in den vergangenen 40 Jahren durch Eigeninitiative und Kreativität zu kleinen blühenden Touristen-Dörfern wurden und dadurch zu einem gewissen Wohlstand kommen konnten fernab der Strände – sie leiden extrem unter den ausbleibenden Besuchern. Sowohl was den Handel betrifft, als auch die Gastronomie. Denn hier oben in den Bergen gibt es nicht viel, womit die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen können. Und diese traurige Situation hat uns doch sehr berührt.

Wir freuen uns auf unseren nächsten Aufenthalt in diesem liebenswerten Land. Wir unterstützen mit und durch unseren Aufenthalt, denn staatliche Gelder oder Hilfe finden die Menschen in Spanien in keinster Weise wie wir in Deutschland.

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