Spielen – nicht nur jetzt

Spielfiguren, Foto Alexas Fotos auf pixabay

Spielen scheint für viele Erwachsene und Jugendliche eher sinnbefreit zu sein. „Eine unproduktive Zeit“, so manch‘ eine Aussage. Aber ist das wirklich so? Ich habe gefragt, gelesen und recherchiert und ein wenig Neues dabei erfahren.

So gibt es beispielsweise ein Buch mit dem Titel „Wer nicht spielt, ist krank“ von Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaften TU Berlin i.R. und Autor. Er vertritt die Meinung, dass sowohl Sportspiele, als auch Glücksspiel oder „Social Games“ (Spiele im Internet), sehr wohl extrem wichtig für uns seien.

Unter www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/warum-die-menschen-spielen/  erfahren Sie sehr detailliert, dass wir gerade während eines Spieles, ganz egal in welche Kategorie dieses fällt, völlig abschalten können, allein oder in Gesellschaft fokussiert sind auf gerade diese Zeit des Spielens und nebenbei noch lernen.

Spielen, Playmobil Figuren, Foto Holger Langmaier by pixabay

Bei Kindern sehen wir es täglich – sie spielen Vater, Mutter, Kind und damit ahmen sie Familienleben nach. Sie spielen verkaufen, bauen mit Ästen und Zweigen Buden und Baumhäuser, erforschen, wie sich Papierschiffchen auf einem kleinen Bach verhalten. All‘ das ist keinesfalls sinnbefreit, sondern Lernen durch Ausprobieren. Jedes Spiel dient der kindlichen Entwicklung.

Genauso verhält es sich mit den Gesellschaftsspielen, den Brettspielen. Denn ob „Mensch ärgere Dich nicht“, „Monopoly“ oder „Halma“, immer spielen wir diese Spiele in Gesellschaft, kommunizieren, lachen, wundern oder streiten uns auch schon mal. Wir setzen uns miteinander auseinander und bilden eine kleine eingeschworene Gemeinschaft, die einfach nur spielt. Ob es sich hierbei um die Eltern mit den Kindern oder um einen Freundeskreis handelt, immer ist in irgendeiner Form „das Lernen“ beteiligt – und zwar mit viel gutem Gefühl.

Legosteine, Foto M W auf pixabay

Professor Norbert Bolz erklärt in seinem oben erwähnten Buch, dass Spielen vom Alltag abschirme, immer auf freiwilliger Basis geschehe und eine sofortige Reaktion auf eine Aktion erfolge. Wenn Sie also auf dem Boden sitzend mit Ihren Kindern Legowelten selbst kreieren, Playmobil-Männchen Abenteuer erleben lassen oder die Barbie-Puppen immer wieder umziehen und neu stylen – dann bilden Sie in dieser Zeit nicht nur eine kleine familiäre Spiel-Einheit, sondern konzentrieren sich auf das Spiel an sich – mit dem Ergebnis, dass Ihre Kinder nicht nur beschäftigt werden, sondern „erleben“ wie schön diese gemeinsame Zeit sein kann und welche Impulse für zukünftige Allein-Spiele Mama und Papa geben können.

Selbst die ansonsten belächelten oder „beschimpften“ stundenlangen Internet-Spiele sollen eine gewisse Daseinsberechtigung haben, allem voran diejenigen Spiele, die verbindend in Gruppen gespielt werden können. Unterhaltungen sind so möglich innerhalb der Spielwelt und auch hier soll das Miteinander im Vordergrund stehen.

Alles in allem hat wohl Friedrich Schiller mit seinem Zitat recht, welches lautet: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Ich wünsche Ihnen gerade in der derzeitigen für alle so anstrengenden Corona-Zeit die Möglichkeit, die Freude und die Gelegenheit zu spielen. Bleiben Sie gesund!

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