Stärke mit Tränen

Löwenzahnblüte wächst aus Steinfugen, Foto Ute Boysen

Bis gestern Abend war ich recht gefasst und ruhig, hatte ich doch den für mich recht schweren Schritt, meine Haare abrasieren zu lassen geschafft. Ich freute mich über meine „Erna II“ (meine Perücke) und darüber, dass nun auch dieser Schritt getan war.

Nun ist es ja wirklich unangenehm bei dieser Hitze eine Perücke tragen zu müssen. Also trage ich zu Hause meinen „Buffy“, das besondere Haartuch. Und nachts? Ich entschloss mich, mit bloßem Kopf zu schlafen. Allerdings habe ich noch winzige Stoppelchen, die erst nach und nach ausgehen werden. Die Kopfhaut ist extrem empfindlich und schmerzt auch seit einigen Tagen.

Und trotz all meiner Stärke, meiner positiven Gedanken, trotz meines Mantras „ich schaffe das auch dieses Mal“ – als ich in den Spiegel schaute wurde ich furchtbar traurig und musste doch weinen. Es sind nur Haare, sie wachsen wieder, es ist doch nur vorübergehend – all diese Worte können mich momentan nicht trösten. Den rasierten Kopf zu sehen ist für mich ganz schrecklich und sicher geht es vielen Betroffenen ebenso.

Nun versuche ich mich mit Erna II anzufreunden. Sie wird mich eine ziemlich lange Zeit begleiten. Und sie sieht meinem eigenen Haar sehr ähnlich. Wie sagte meine Mutter aufmunternd? „Als wärest Du gerade frisch getönt vom Friseur gekommen“.

Gruß an alle Blog-Besucher, Eure Ute

2 Kommentare

  1. Ich weiß, trösten kann Dich im Moment keiner, bedauern hilft auch nicht, aber Anteilnahme und gute Wünsche für Deine Genesung tun auch gut. Wie ich sehe, gehst Du ja auch sehr gefasst damit um. Weiter so und lass Dich nicht unterkriegen. – Wende Dich stets der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.-
    Für Deine bevorstehende neue Chemo alles Gute und viel Erfolg. Ich denke an Dich Marlis

    • Liebe Marlis, ich freue mich immer sehr über Deine positiven
      und aufmunternden Zeilen! Ganz lieben Dank, Ute

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