Start in die Chemotherapie

Löwenzahlblüte wächst aus Steinfugen, Foto Ute Boysen

Heute fand das Gespräch mit dem Onkologen statt. Sehr ausführlich hat mich dieser Facharzt zum einen über den entfernten Tumor aufgeklärt (Beschaffenheit, Art, Grading, Wachstumsrate) und zum anderen über die weiterführende präventive Behandlung. Da ich hier keinen medizinischen Bericht mit schwierigen Fachbegriffen und allgemein unverständlichen Medikationen veröffentlichen möchte, halte ich mich in meiner Beschreibung wie stets an kurze Erklärungen.

Wie sieht es also aus? In erster Linie ist ja mein Tumor entfernt. Damit sehe ich mich selbst und auch andere Menschen in diesem Stadium nicht mehr als „Tumorpatienten“, sondern als ganz normale Patienten, die präventiv, also vorbeugend weitere Behandlungen in Angriff nehmen. Das ist wichtig für mein Denken, für mein Wohlbefinden. Und so bin ich detailliert aufgeklärt worden über die Chemotherapie, die Strahlentherapie und die nachfolgende Antihormontherapie.

Leider habe ich Erfahrung mit allen anstehenden Behandlungsarten, doch seit den Jahren 2004 und 2008 hat sich wieder einiges verändert, nicht zuletzt dank der nicht nachlassenden Krebsforschung weltweit. So wird allein schon die Zusammensetzung der Chemoflüssigkeit unterschiedlich sein zur damaligen. Die Nebenwirkungen sind mir erklärt worden, sie machen extrem nachdenklich, hinterlassen auch ein ungutes Gefühl, doch sage ich mir immer wieder, dass ich der Medizin und den Ärzten vertraue. Sollte irgendwo in meinem Körper eine bösartig veränderte Zelle stecken, um es wirklich einmal ganz einfach zu erklären, dann wird sie hoffentlich von der ganzheitlich wirkenden Chemotherapie vernichtet.

Die Haare werde ich wieder verlieren, wenngleich, so sagt der Onkologe, nicht mehr so abrupt und extrem schnell wie im Jahr 2004. Nichts desto trotz, ich werde sie verlieren. Aber ich bin über mich selbst erstaunt, denn ich bin ruhig bei dem Gedanken daran, weiß wie alles ablaufen wird, schaue mir nächste Woche Perücken an – und weiß, dass meine Haare irgendwann wieder wachsen werden. Es ist diese traurige frühere Erfahrung, die damit letztendlich auch wieder Gutes mit sich gebracht hat. So bleibe ich trotz allem im Moment noch ruhig.

Wie es nach den 4 Zyklen im Abstand von 3 Wochen dann weitergehen wird mit der Bestrahlung, erfahre ich Mittwoch von den anderen Fachärzten. Die Strahlentherapie habe ich als „einfacher“ empfunden, denn nur die große Müdigkeit ist mir davon in Erinnerung geblieben.

Nachdem ich über alles ausführlich informiert, beraten, aufgeklärt wurde, habe ich mich dagegen entschieden, meine Chemotherapie über einen sogenannten „Port“ verabreicht zu bekommen. Ich habe zu große Angst vor einer erneuten Operation, einer zusätzlichen Narbe, einem Fremdkörper. Diese Narbe würde wieder eine neue Angriffsfläche bilden, was ich verständlicherweise unbedingt verhindern möchte. Deshalb habe ich darum gebeten, wieder durch die Armvene im linken Arm das Chemo-Mittel verabreicht zu bekommen. Ich hoffe inständig, dass alles gut verläuft.

Und jetzt sind es nur noch 2 Tage und dann werde ich schon am Donnerstag mit meiner Chemotherapie beginnen! Ich freue mich sehr darüber, dass es sofort und so schnell starten kann, denn als Ziel habe ich mir gesetzt, Mitte Oktober mit all meinen Behandlungen fertig zu sein, um dann eine sehr schöne erholsame Urlaubszeit mit meinem Mann antreten zu können. Dieser Gedanke hält mich jetzt aufrecht, freut mich, macht mir Mut mit allem was kommt fertig zu werden, es durchzustehen und alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, die die Medizin bietet. Mehr kann ich nicht tun, weniger will ich nicht tun.

Wie immer es mir geht, ich werde hier weiterschreiben.

Gruß an alle Blogbesucher, Eure Ute

7 Kommentare

  1. Ich kann mich in Dich hinein versetzen und hoffe inständig, dass alles gut verläuft. Aber Du bist ja so voller Energie, dass man Dich nur bewundern kann. Du schaffst es auch dieses Mal! In diesem Sinne: „Weiter so!“ Viel Erfolg Marlis

  2. Hallo Ute, allein die Offenheit in Deinen Berichten zeigt wie viel Stärke in Dir steckt. Ich bin mir sicher dass Du ( Ihr ) diese Hürde bis Oktober gut meistern wirst. LG Iris 🐖🍀

    • Liebe Iris, ich bin ganz ganz zuversichtlich
      und hoffe, alles richtig zu machen! LG, Ute

  3. Liebe Ute, allein die Offenheit in Deinen Berichten zeigt wie viel Stärke in Dir steckt. Ich bin mir sicher dass Du ( Ihr ) es bis Oktober gut meistern wirst. Denke fest an Dich 🐖🍀

    • Hallo liebe Iris, ich muß dieses Mal einfach anders mit dem
      Thema umgehen, da ich damals vollkommen aus dem Leben gerissen
      schien und so allein und einsam. Dieses Mal bin ich auch 14
      Jahre älter, was sicher auch zu einer anderen Sichtweise beiträgt.
      Ganz lieben Dank, ich freue mich so sehr über freundliche Worte.
      Ute

    • Hallo Elke, ich freue mich sehr darüber, dass Du
      Dich meldest und mich unterstützt mit positiven Worten!
      Ganz lieben Dank! Ute

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