Tag des Tagebuchs – der 12. Juni

Tagebucheintragung von junger Frau, Foto free stock photos from www.picjumbo.com auf Pixabay

Schon oft habe ich mich gewundert über die teils kuriosen teils interessanten besonderen Tage, die weltweit auf die eine oder andere Weise gefeiert werden. Manche „besondere Tage“ erinnern dagegen an längst vergessene Zeiten. So ist der 12. Juni seit dem Jahr 1942 als Feiertag oder Gedenktag dokumentiert. Warum es sich hier genau um dieses Datum handelt, darauf komme ich später zurück.

Schauen wir uns einmal an, seit wann es überhaupt „Tagebücher“ gibt. Beliebt sind auch die Begriffe „Diarium“ oder „Memoire“, wenngleich „Tagebuch“ in unserer Sprache gängiger ist. Es handelt sich um ganz persönliche Aufzeichnungen, mit Datum versehen und in chronologischer Reihenfolge. Auch wenn das Büchlein „Tagebuch“ genannt wird, so sind viele dieser Bücher nicht täglich geschrieben worden, sondern in jeweils ganz eigener und loser Zeitenabfolge. Ein Tagebuch ist demnach auch ein Tagebuch, wenn es nur wöchentliche Einträge beinhaltet oder bestimmte Lebensphasen wiedergibt. Wie auch immer – es ist und bleibt ein stets persönlich verfasst geschriebenes Werk, häufig mit einem kleinen Schloss versehen, um die Intimität der geschriebenen Worte zu schützen.  Anders verhält es sich mit den Tagebüchern, die zum Zweck der Veröffentlichung geschrieben werden.

Mädchen beginnen häufig im Schulalter ein Tagebuch zu führen, um all‘ die wichtigen Situationen oder Vorkommnisse ihres Lebens schriftlich festzuhalten. Aber auch Gefühle, Sorgen, Wünsche oder Trauer finden sich wieder in den persönlichen Aufzeichnungen.

Vor einigen hundert Jahren begannen die Menschen mit Niederschriften über ihr Alltagsleben, die Gesellschaft, die Politik und dergleichen. Doch das sind nicht unbedingt Tagebucheintragungen, die wir heute vornehmen. Bei den geschichtlichen Aufzeichnungen spricht man dann eher von Chroniktagebüchern. Kommen wir zurück zu den persönlichen Tagebüchern, dann kann hier durchaus von „heilendem Schreiben“ gesprochen werden. Viele Verfasser fühlen sich nach dem Niederschreiben verschiedenster Ängste oder verzweifelter Lebensphasen ruhiger, befreiter. So wird das Schreiben eines Tagebuches auch von manchen Therapeuten angeregt.

Warum aber ist der 12. Juni als „Tag des Tagebuches“ festgelegt worden? Dies wird zurückgeführt auf den Geburtstag von Anne Frank (12.06.1929 – 1945), einer Jüdin, die als Geburtstagsgeschenk zum 13. Geburtstag ein Notizbuch erhielt. Mit ihrer Familie versteckte sich Frank während der Nazi-Zeit in Amsterdam und führte rund zwei Jahre ihre Tagebuchaufzeichnungen in diesem Notizbuch.

Es ist wohl nicht nachweisbar, wer genau diesen Tag zu einem Gedenktag machte und auch nicht, seit wann genau er begangen wird. Wer sich nun für Tagebücher an sich oder historische Tagebücher interessiert, findet unter dem Link www.tagebucharchiv.de eine Fülle von Informationen.

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