Tamarinde

Serie Probieren, Tamarinden Packung, Schoten und Inneres, Foto Ute Boysen

„Probieren Sie einmal…“

Zwischen all‘ den runden, länglichen oder ovalen Gemüsesorten, die Kiste an Kiste in den Obst- und Gemüseabteilungen aufgebaut sind, fand ich kleine auffallende, leuchtend rote Verpackungskartons mit erst einmal für mich undefinierbarem Inhalt. Es sah aus wie Schoten oder Nüsse. Der Name „Sweet Tamarinde“ war mir ebenfalls fremd und so gesehen hatte ich ein weiteres Produkt gefunden, welches ich Ihnen näherbringen möchte.

Zunächst einmal ist Tamarinde ein Gewürz, das allerdings nichts mit einer Rinde zu tun hat. Der Tamarindenbaum, beheimatet in Afrika und mittlerweile vielen anderen tropischen Ländern, kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen und zählt zur Pflanzenfamilie der Johannisbrotgewächse. Filigrane Blätter und Blüten schmücken diesen Baum. Die späteren Früchte nennt man Tamarinden oder Tamarindenschoten. Sie können bis zu 20 cm lang werden, haben eine bräunliche Farbe und erinnern von der Schale her an länglich geformte Nüsse mit Dellen. Ich überlegte anfangs, mit welch‘ einem Gerät ich diese Schale wohl öffnen müsse und war erstaunt zu erfahren, dass die Tamarindenhülse leicht eingedrückt und entfernt werden kann. Darin befindet sich das Fruchtfleisch, ein bräunliches, leicht klebriges, länglich geformtes Fruchtmark, welches die innenliegenden Samen umschließt.

Serie Probieren, Tamarinden Schoten geschlossen und geöffnet, Foto Ute Boysen

Mein gefundener Karton „Sweet Tamarinde“ beinhaltet die süße Tamarinde, die sich zur zweiten Sorte „Tamarinde, süß-sauer“ in erster Linie durch den Geschmack unterscheidet, etwas weniger durch die Optik. Hier sollte beim Einkauf darauf geachtet werden, wie Tamarinde weiterverwendet werden soll. Der Geschmack variiert je nach Sorte von süß-säuerlich, leicht herb bis sehr süß. Gerade die asiatische und hier genauer gesagt die thailändische und indische Küche setzen bei ihren Gerichten stark auf dieses Gewürz. Bei uns in Europa kennen wir allerdings ebenfalls ein Würzprodukt, welches Tamarinde enthält – die Worcester-Sauce.

Interessant zu wissen sind für uns Kunden die Inhaltstoffe, oder was überhaupt mit Tamarinde anzufangen ist. Vorweggenommen – eine Diätbegleitung ist Tamarinde nicht. Mit einem Kohlenhydratanteil von 56 % auf 100 Gramm schlagen direkt 238 Kalorien zu Buche. Andererseits ist diese Menge an Tamarinde sicher nicht zu verzehren. Sollte sie auch nicht, da eine abführende Wirkung bekannt ist. Süß-saure Tamarinden beinhalten einen hohen Weinsäureanteil von bis zu 20 %. Süße (englisch: sweet) Tamarinden dagegen verlieren diese Säure, da sie während der Reife abgebaut wird. Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Zink und hohe Werte an Vitamin D und Eisen sowie diverse andere Stoffe in geringeren Mengen machen Tamarinde zu einer gesunden Ergänzung unserer Küche.

Und wie wird Tamarinde verwendet? Hier gibt es vielerlei Möglichkeiten. Da es sich primär um ein Gewürz handelt, wird Tamarinde als fertig zubereitete Paste oder auch als Haupt-Inhaltsstoff in pulverisierter Form für das indische Gericht „Puliyogare“ angeboten und ist in gut sortierten Lebensmittelgeschäften, Asia-Läden oder im Internet erhältlich. Das Mark oder die Paste werden mit Wasser angerührt und so dem Gericht beigefügt, wobei die Intensität dem eigenen Geschmack angepasst werden kann. Probieren Sie einmal gegrilltes Fleisch oder Geflügel mit einer neuen Saucenvariante. Aber auch Marmelade, Getränke, Tee und Chutneys erhalten durch das Fruchtmark der Tamarinde einen ganz eigenen Geschmack.

Meine gekauften süßen Tamarinden dagegen können sofort als kleines Leckerchen verzehrt werden, indem die nussähnliche Hülse leicht eingedrückt und entfernt wird. Anschließend wird der zarte Faserstrang abgezogen. Nun liegt die Tamarinde als Fruchtfleisch vor uns. Hineinbeißen sollte man allerdings nicht, denn unter dieser süßen Umhüllung stecken die harten Samenkerne. Also lutschen Sie diese einfach ab. Das zarte süßliche Fruchtfleisch ist ein idealer Ersatz für so manch‘ ein schnell gegriffenes Stück Schokolade oder Bonbon, befriedigt das Heißhungergefühl auf Süßes und ist zudem noch gesund. Die braun-roten Samenkerne können aufgehoben und geröstet werden, versucht habe ich das jedoch nicht.

Alles in allem bleibe ich persönlich bei den Sweet Tamarinden, genieße die Süße dieser Gewürzschoten und bin um ein Geschmackserlebnis reicher. Probieren Sie einmal! Guten Appetit“

2 Kommentare

  1. Du läufst wieder zu Deiner bekannten Form auf, trotz der widrigen Umstände. 👍
    Mach weiter so, es wäre doch gelacht 😀
    Inge+Ewald

    • Ja Ewald, wenn die ersten 8 Tage nach der Chemo geschafft sind,
      geht es wieder recht gut… Man wird bescheiden und freut sich
      über jeden schönen Tag! LG Ute

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