Tamoxifen – Aromasin – Anastrozol – Erfahrungen

Brustkrebs Symbol rosa Schleife in vielen Frauenhänden, Foto marcojean20 auf pixabay

Mit meinen kurz beschriebenen Angaben möchte ich Euch lediglich meine eigenen Erfahrungen mit den vorgenannten Medikamenten mitteilen. Aber jede Krankheit ist anders, jeder Brustkrebs ist anders, jede Person reagiert anders auf gleiche Medizin.

Als ich Ende 2004 das erste Mal Brustkrebs bekam, habe ich sofort die Entfernung durch eine Operation durchführen lassen. Im Anschluss erfolgte die Chemotherapie, danach erhielt ich Bestrahlungen. Ich verlor meine komplette Körperbehaarung.

Tamoxifen

Vier Jahre später, im Jahr 2008 hatte sich ein so genanntes Narbenrezidiv gebildet – ein erneutes Karzinom. Wieder folgte umgehend die Entfernung durch eine Operation. Doch dieses Mal wurde keine Chemotherapie und keine Bestrahlung verordnet. Statt dessen schloss sich die Behandlung mit Tamoxifen an. Die schwierige Bezeichnung für dieses Mittel lautet „Selektiver-Estrogen-Rezeptor-Modulator“. Tamoxifen soll östrogenhemmend wirken. Das heißt, mein Tumor war wieder hormonabhängig und meine Östrogen-Produktion sollte mehr oder weniger auf Null gefahren werden, um es stark vereinfacht zu beschreiben.

Die ärztliche Auskunft damals lautete: ob mit oder ohne dieses Mittel – die Gefahr, dass der Brustkrebs zurückkehrt liegt bei 50 Prozent. Ich entschloss mich trotzdem, Tamoxifen einzunehmen. 5 Jahre waren angesetzt.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte ich starke Depressionen und schleppte mich über einige Monate damit herum. Letztendlich ging ich erneut zu meinem Gynäkologen und wir berieten uns. Eine Woche sollte ich Tamoxifen absetzen, um zu schauen, ob die Depressionen tatsächliche Nebenwirkungen von dem Mittel wären. Sofort ließen die traurigen Zeiten nach und ich fühlte mich völlig anders. Woraufhin die Tumor-Konferenz, die sich aus mehreren behandelnden Ärzten zusammensetzt, beratschlagte, was zu machen sei. Ich erhielt den Aromatasehemmer Aromasin.

Aromasin

Auch dieses Medikament sollte ich 5 Jahre lang einnehmen. Aromasin von der Firma Pfizer habe ich sehr gut vertragen und die fünf Jahre Einnahme Mitte 2013 beendet. Doch auch bei diesem Medikament wurde mir von ärztlicher Seite schon zu Beginn gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit erneut an Brustkrebs zu erkranken trotz der Aromasin-Behandlung bei fünfzig Prozent läge. Ich entschloss mich trotzdem zu dieser 5-jährigen Einnahme.

Anastrozol

Fünf tablettenfreie Jahre vergingen, zehn Jahre lagen nun brustkrebsfrei hinter mir – nicht ohne die ständige Sorge und Angst, der Tumor könne erneut zuschlagen. Doch ich wurde Jahr für Jahr ruhiger.

Bis ich im Jahr 2018 leider spürte, dass etwas nicht stimmt. Reine Gefühlssache. Wie sich herausstellte hatte sich erneut ein Narbenrezidiv gebildet. Wieder erfolgte die sofortige Operation. Wieder erhielt ich, da dieser Tumor laut ärztlicher Auskunft noch aggressiver war, eine Chemotherapie und erneut musste ich mich Bestrahlungen aussetzen. Ich verlor meine gesamte Körperbehaarung.

Dieses Mal entschied die Tumorkonferenz, mir den Aromatasehemmer „Anastrozol“ zu verordnen. Dieses Medikament soll die Entstehung des Enzyms Aromatase „einstellen“. Den Wirkstoff Aromatase benötigt der Körper um das Hormon Östrogen zu bilden. 5 Jahre soll ich dieses Medikament einnehmen. 3 Jahre sind vorüber. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen von Anastrozol und fühle mich weitestgehend gut.

Was mich letztendlich erstaunt ist die Tatsache, dass mein Körper scheinbar weiterhin das Hormon Östrogen produziert, obwohl so viele Medikamente dem entgegenwirken sollten. Aber ich vertraue weiterhin der Medizin, bleibe zuversichtlich und positiv gestimmt und lasse mich nicht unterkriegen – trotz dreimaligem Brustkrebs!

Nur das möchte ich weitergeben! Bleibt immer voller Zuversicht und gebt die Hoffnung niemals auf! Alles Gute, wenn Ihr betroffen seid!

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