Und wie schmeckt „Blümchenkaffee“?

Kaffeetasse, Foto arifarca auf Pixabay

Auf der Suche nach einem neuen Thema kam mir mein lieber ehemaliger Redaktionskollege aus dem Ehrenamt, Ewald Betting, zu Hilfe. Ihm war eine besondere Begriffserklärung in seinem täglichen Abreißkalender aufgefallen. Und ja, je nach Alter ist dem ein oder anderen dieser Begriff tatsächlich geläufig. Blümchenkaffee? Ich persönlich hatte dieses Wort noch nie gehört und war gespannt auf entsprechende Erklärungen.

Der Wortherkunft nach soll es sich nicht etwa um eine spezielle Kaffeesorte aus ganz besonders seltenen Blüten handeln, wie man vielleicht vermuten könnte. Es schwimmen auch keine Blütenblätter im Kaffee herum und auch die Farbe dieses beliebten Getränkes erinnert nicht an Blumen oder Blüten. Was aber dann ließ den Begriff entstehen?

Zunächst einmal handelt es sich um eine scherzhafte Bezeichnung für einen Bohnenkaffee oder auch eine andere Kaffeesorte. Und diese geht zurück auf die Stärke des aufgebrühten Kaffees. Denn je nach Röst- und Mahl Grad der Kaffeebohnen und auch der Zubereitungsart, sowie der Menge des zugefügten Wassers, entsteht ein extrem starkes, tiefschwarzes oder ein sehr dünnes, eher hellbraunes Kaffeegetränk. Das allein ließ jedoch den Begriff „Blümchenkaffee“ nicht entstehen. Die Kaffeetasse war es. Nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte Porzellantasse eines bis heute bekannten deutschen Porzellanherstellers namens „Porzellanmanufaktur Meissen“. Diese weltbekannte Manufaktur wurde bereits im Jahr 1710 gegründet und blickt zurück auf unzählige Formen, Designs, Farbgebung, Gestaltungen und Gegenstandsvielfalt.

Und eine besondere Tasse liegt dem Begriff „Blümchenkaffee“ zugrunde. Leider war es mir nicht möglich ein Foto dieser Tasse zu finden. Fest steht jedoch, dass es sich um ein Blumendekor handelte und auch auf dem Innenboden der Kaffeetasse eine Blume abgebildet war. Bis heute haben die Porzellan-Gegenstände der „Königlichen Porzellan Manufaktur, kurz KPM genannt“ egal welcher Art ihren Preis. Und so konnten sich früher nur wirklich Wohlhabende dieses Geschirr oder die Gegenstände erlauben.

Umso befremdlicher erschien es dann aber, wenn in dieser so kostbaren Kaffeetasse ein eher dünner, hellbrauner Kaffee serviert und das „Dekor Blümchen“ auf dem Tasseninnenboden sichtbar wurde… Unvermögen einen wirklich guten Kaffee zuzubereiten oder schlicht Geiz lag wohl zugrunde. Und es entstand der Begriff „Blümchenkaffee“. So wird es berichtet.

Ob dies nun stimmt oder eher eine ebenso im Internet auffindbare Erklärung, die zurückführt auf die Zeit des Kaffee Importverbotes Friedrich II, wonach tatsächlich aus den Wurzeln einer Pflanze namens Zichorie ein Ersatzkaffee hergestellt wurde – das lässt sich sicher nicht mehr zweifelsfrei bestimmen. Mir persönlich gefällt die Variante mit dem Blümchendekor. Und Ihnen?

Abschließend zum Thema fand ich einen überlieferten Ausspruch Abraham Lincolns (1809 – 1865), 16. Präsident der USA:

„Kellner, falls dies Kaffee ist, bringen Sie mir Tee,
falls dies aber Tee ist,
bringen Sie mir Kaffee.“

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