Warum Sonnenschutzmittel?

Wie wichtig sind sie?

Sonne, strahlend, Foto Gerd Altmann auf pixabay

Über Sonnenschutzmittel wurde und wird hinreichend berichtet, geschrieben, erzählt und geworben. Keine Zeitschrift ohne entsprechende Informationen, keine sommerlichen Gesundheitstipps ohne die Erwähnung der Lotionen, Cremes, Sprays oder Ölen. Und dennoch verzichten viele Sonnenanbeter voller Absicht auf diese „Erfindung“. Ja tatsächlich „Erfindung“, denn erst vor rund 95 Jahren wurde überhaupt ein Mittel zum Schutz vor der Sonne „erfunden“.

Sonnenbrille liegt im Sand, Foto Pexels auf pixabay

Bis heute schützen sich Millionen von Menschen freiwillig vor der Sonne, tragen Kleidung, Hüte, Sonnenbrillen und sogar Handschuhe aus Baumwolle gegen die gefährlichen und gesundheitsschädlichen Strahlungen. Allerdings überwiegend in asiatischen Ländern, wie ich persönlich erleben konnte. Hier hat es jedoch in erster Linie damit zu tun „blass und so hellhäutig wie möglich“ zu sein oder zu bleiben. Dies zeigt den Mitmenschen den persönlichen Status an. Denn nur die armen Landsleute arbeiten im Freien, können sich schon aus Kostengründen nicht ausreichend schützen vor den Sonnenstrahlen oder kennen gar die Gefahren nicht. So bleibt die „hellere Haut“ den bessergestellten Menschen vieler Länder vorbehalten. Das war jedoch auch in Europa oder den USA bis vor rund 95 Jahren ein Thema. Blässe war angesagt, hübsch anzusehen und eine Art Statussymbol nach außen.

Mit der Veränderung der Arbeitsbedingungen und der damit einhergehenden geregelten Freizeit veränderte sich das Verhalten der Menschen. Zunehmend mehr wurde die Freizeit im Freien verbracht. Im Jahr 1933 schließlich brachte die deutsche Firma Drugofa (eine Tochtergesellschaft des Bayer Konzerns) das erste Sonnenschutzmittel auf den Markt. Unter dem Namen „Delial“ ist es bis heute bekannt und beliebt. Über die folgenden Jahrzehnte erfolgten immer wieder Anpassungen und Veränderungen der Zusammensetzungen der Inhaltsstoffe.

Firmen wie L’oreal oder Piz Buin erheben jedoch ebenfalls den Anspruch darauf, als erste Unternehmen mit Sonnenschutzmitteln an den Markt gegangen zu sein. In den Jahren 1936 und 1938 erschienen auch von ihnen entsprechende Produkte zum Schutz vor der Sonne und zur Vermeidung von Sonnenbränden.

Sonnenschutzmittel, verschiedene Produkte, Foto Ute Boysen

Wichtiger denn je ist heutzutage die Verwendung geeigneter Sonnenschutzpräparate, denn Forschung und Wissenschaft haben im Laufe der Zeit enorm zur Aufklärung beigetragen. Ob während der Arbeit im Freien oder der Freizeitgestaltung, ob während einer Wanderung oder dem Mittagsschläfchen im Garten – der Sonnenschutz ist unerlässlich, wenn wir das größte Organ unseres Körpers schützen wollen – unsere Haut.

Geschützt werden muss unsere Haut vor der Ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung), denn nachweislich schädigen die UV-A- und UV-B-Strahlen unsere ungeschützte Haut. Ausführlich berichtet das Bundesamt für Strahlenschutz (siehe Quellenangabe) unter anderem über die Schutzfunktion vor der UV-Strahlung bei Sonnenschutzmitteln.

LSF, SSF oder SPF

Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhand stellt der Lichtschutzfaktor dar. Unter den Bezeichnungen LSF (Lichtschutzfaktor), SSF (Sonnenschutzfaktor) oder SPF (englische Bezeichnung Sun-Protection-Factor) werden verschiedene Zahlenangaben auf den Präparaten angegeben. Sie beziehen sich immer auf folgenden Sachverhalt:

Jeder Mensch gehört einem bestimmten Hauttypen an. Diese sind in verschiedene Gruppen unterteilt, denn jeder Hauttyp hat eine „Eigenschutz-Zeitspanne“, die sich stark unterscheidet. Hat der nordische Hauttyp 1 nur eine minimale Eigenschutzzeit von etwa 3-10 Minuten, so kann der mediterrane Hauttyp 4 bereits etwa 45-60 Minuten Eigenschutz aufweisen.

Beispiel:

Sie gehören zum mittleren Hauttyp 3 mit einem Eigenschutz für rund 20-30 Minuten. Sie wollen nicht sehr lange zum Strand gehen und halten sich auch sonst sehr wenig im Sonnenlicht auf. Benutzen Sie nun ein Sonnenschutzmittel mit dem LSF 15, so können Sie 15 Mal länger als Ihre Eigenschutzzeit geschützt unterwegs sein. Das sind demnach rund gerechnet 25 Minuten multipliziert mit LSF 15 = 375 Minuten, also länger als 6 Stunden.

Hier ist allerdings noch etwas hinzuzufügen, denn es kommt auch auf die verwendete Menge des Sonnenschutzmittels an und auf die Häufigkeit des Auftragens. So raten Experten, ausreichend viel Creme, Gel oder Spray zu verwenden und auch häufig am Tag nachzucremen. Das erweitere zwar nicht die Schutzfristen, erhalte aber die Wirksamkeit. Der Lichtschutzfaktor wird reduziert durch zu wenig aufgetragene Präparate, sowie durch Abwaschen und Abreiben. Wasserfeste Sonnenschutzmittel müssen trotzdem ausreichend und oft über den Tag verteilt aufgetragen werden.

Und wer nun auf die Kosten achten möchte, dem sei gesagt, dass nicht die teuren Parfümerie-Produkte der Firmen XY die bestschützenden sind. Die Stiftung Warentest hat erst jetzt in neuesten Untersuchungen festgestellt, dass die preiswerten Discounter-Angebote sehr gute Testergebnisse hervorbrachten!

Interviews am Strand

Am Strand von Marbella befragte ich ein Ehepaar, ob und wie wichtig ihnen der Schutz durch Sonnencreme sei. Die 36- und 42jährigen aus Israel stammenden Eheleute erzählten mir, dass sie 14 Jahre in Dublin gelebt hatten und dort keine Sonnenschutzmittel notwendig gewesen seien. Aber seit zwei Jahren lebt die kleine Familie mit ihren drei Kindern (2, 4 und 5 Jahre alt) in Andalusien. Und hier sei es absolut notwendig Sonnenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Sie würden sich komplett mehrmals am Tag mit entsprechenden Mitteln eincremen, um Hautirritationen, Allergien oder Sonnenbränden vorzubeugen. Und sie fühlen sich sicher damit.

Ein älteres befragtes Ehepaar aus Schweden beantwortete mir ebenfalls gerne meine Fragen nach der Verwendung von Sonnenschutzmitteln. Vicky (70) und ihr Mann sprechen sehr gut Deutsch, denn die Seniorin hat früher auch in Deutschland gelebt und gearbeitet und die Kinder gingen in Deutschland zur Schule. Sonnenschutzmittel finde sie ausgesprochen wichtig. Auf meine Frage, ob das schon immer so gewesen sei, antwortet Vicky allerdings „nein, in jüngeren Jahren war mir dies gar nicht wichtig. Erst mit zunehmendem Alter verwende ich diese Cremes.“ Ich frage nach, woran das gelegen habe. „Durch immer bessere Information und Aufklärung“, so sagt sie.

Fazit:

Den richtigen Schutzfaktor feststellen für die eigene Haut und ausreichend viel und häufig auftragen! Bleiben Sie gesund.

Quellen:
www.wikipedia.org
https://www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-0/

www.focus.de/wissen

https://www.ladival.de/wissenswertes

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