Was bedeutet der Siebenschläfer Tag?

Der 27. Juni

So manches Datum scheint in den Köpfen der Menschen fest verankert zu sein, zumindest in den Köpfen derjenigen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und zu Hause sind. Und teilweise von Vorfahren das Eine oder Andere überliefert bekommen haben. So zum Beispiel die Lostage, die bestimmten Tage im Bauernjahr dem Volksglauben nach das Wetter der kommenden Wochen voraussagend. Und das ist ja letztendlich bis heute in der Landwirtschaft mehr als wichtig zu wissen für das Ernten oder das Aussäen auf den Feldern – wenn man an diese Tage glaubt.

So soll der 27. Juni nicht nur in Deutschland als „Siebenschläfertag“ bekannt sein. Siebenschläfer – ein merkwürdiger Name für eine angeblich sieben Wochen andauernde Zeit vom 27. Juni an gerechnet. Was hat es damit auf sich? Woher stammt diese Bauernregel, die folgendermaßen gereimt wird?

„Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.“ Oder auch „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.“ Sowohl das Eine wie auch das Andere wäre für die Landwirte nicht sonderlich erfreulich. Zu viel Sonne bedeutet Sorge um die Bewässerung, zu viel Regen eine Ernte, die buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Aber auch hier gilt wieder – wenn man an diesen Tag mit dem Datum 27. Juni glaubt.

Siebenschläfertag, Falkensteiner Höhle als Symbolbild, Foto Hans Braxmeier auf pixabay

Eine ganz andere Erklärung findet man in der jährlich erscheinenden Ausgabe der röm.-katholischen Kirche für das Kalenderjahr, im liturgischen Kalender. Dort erschien bereits seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. eine ganz andere Überlieferung zu diesem Tag. Und selbst im heiligen Buch des Islam, dem Koran, erschien eine gleichlautende Definition zum Siebenschläfertag.

Märchen oder Tatsache?

Demnach handelt es sich um sieben junge Männer aus Ephesus (einer antiken Stadt in der heutigen Türkei), aus angesehenen Familien stammend und als Palastdiener des römischen Kaisers Decius arbeitend. Angeblich wurden sie aufgrund ihres christlichen Glaubens angeklagt, konnten aber ihre Strafe wählen. Entweder sollten sie sich vom christlichen Glauben abwenden, oder sie würden zum Tode verurteilt. Zu diesem kaiserlichen Entscheid gab es jedoch noch eine Bedenkzeit und in dieser Zeit flohen die sieben Männer in eine Höhle in den Bergen.

Schlafend wurden sie von römischen Soldaten nicht nur gefunden, sondern auf kaiserlichen Befehl hin wurde diese Höhle zugemauert – und man vergaß die Männer und den gesamten Vorfall. 195 Jahre später, am 27. Juni im Jahr 446 n. Chr. öffnete der Besitzer des Grund und Bodens den Höhleneingang, um die Höhle anderweitig zu nutzen. Und er fand die sieben jungen Männer, lebend und gerade erwacht aus dem langen Schlaf. Doch dann verstarben sie.

Man mag es glauben oder nicht – fest steht, dass viele Menschen in europäischen Ländern erwartungsvoll auf den 27. Juni schauen. Wie wird der Sommer? So lautet die heimliche Frage, wie wird das Wetter? Und regnet es an diesem Tag, so können wir später sagen „na klar, war ja am Siebenschläfer Tag auch so“. Wie gesagt – wenn man daran glaubt. Ach übrigens, mit dem kleinen possierlichen Tierchen „Siebenschläfer“ hat dieses Datum so gar nichts zu tun.

In diesem Sinne – einen schönen Sommer Ihnen allen!

Quellen:
www.wikipedia.org
www.ndr.de

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