Was bedeutet „Palliativ“

Krankenhaus, Desinfektionsmittel, 1500×1125, Foto Dieter Schütz, pixelio

Als ich jetzt für einige Tage ins Krankenhaus überwiesen wurde und dort auf die Palliativ-Station (Bericht „Krankenhaus von jetzt auf gleich“), fuhr mir doch ein Schrecken durch den Körper. Warum? Weil sich bei mir durch Halbwissen mit dem Wort „Palliativ-Station“ festgesetzt hatte, dass es sich hier um die „Sterbe-Station“ handele. Dem ist nicht wirklich so.

Im Duden-online-Wörterbuch findet man folgende Erklärung für den Begriff „Palliativ“:  Substantiv, Neutrum – die Krankheitsbeschwerden linderndes, aber nicht die Krankheit selbst beseitigendes Arzneimittel; Linderungsmittel. Und was bedeutet nun „Palliativmedizin“? Diese Form der medizinischen Hilfe, Unterstützung und Begleitung richtet sich in erster Linie an Menschen, denen nicht (mehr) mit herkömmlichen Behandlungsmethoden geholfen werden kann, die sich im fortgeschrittenen Stadium einer Krankheit befinden, deren Heilungschancen als äußerst gering oder nicht möglich eingeschätzt werden. Doch nicht nur!

Wie mir eine der Krankenschwestern auf Nachfrage erklärte, gibt es immer wieder Patienten, die entlassen werden können. Auch Patienten, die auf diese Station überwiesen werden, um in Ruhe aus einer akuten Krankheitssituation zu Kräften zu kommen, erhalten hier Unterstützung. So ging es mir (siehe letzten Bericht). Ich befand mich in der sogenannten „Umkehr-Isolation“ und konnte bei einem Leukozyten Wert von 0,5 (normale Werte liegen zwischen 4,0 und 11,0) und 39 Grad Fieber nur noch „aus dem Alltag herausgenommen werden“. Die Gefahr, mich nach der letzten Chemo mit diesen Werten irgendwo oder bei irgendjemandem mit irgendeiner Krankheit anzustecken, war zu groß. Aufgrund der Eile konnte ich nur auf die Palliativstation gebracht werden, da hier sofort ein Zimmer zur Verfügung stand.

Ich fühlte mich hier nach anfänglichem mulmigen Gefühl sehr gut aufgehoben. Diese Station (hier in unserem örtlichen Krankenhaus) ist für Patienten wie Familienangehörige ein ruhiger Ort mit freundlicher Atmosphäre – trotz allem. Dafür sorgen die Krankenschwestern und alle anderen Pflegemitarbeiter, die ich als stets freundlich und fürsorglich empfunden habe – obwohl die Anforderungen auch in psychischer Form erheblich sein müssen.

Die Palliativmedizin ist in erster Linie darauf ausgerichtet, den betroffenen Patienten die letzten Lebenszeiten so angenehm wie möglich zu gestalten. Das können Monate, Wochen oder nur Tage sein. Die Begleitung in dieser so schweren Zeit durch freundliche, Positives ausstrahlende und kompetente Pflegekräfte ist für Betroffene eine hoch einzuschätzende Unterstützung. Ärzte, Psychologen, aber auch Seelsorger, um nur einige Spezialisten zu nennen, begleiten wo immer möglich die Patienten oder auch Familienangehörigen.

Ich selbst konnte nach ein paar Tagen Isolation wieder nach Hause entlassen werden und habe mit recht guten Leukozyten Werten nun eine gute Basis für die ab heute stattfindenden Bestrahlungen.

Wie es weitergeht – ich berichte. Vielen Dank für Eure/Ihre Lesetreue! Eure Ute

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