Weihnachtsdekoration für Baum & Co.

Nostalgie und Moderne

Weihnachtsbaumschmuck, Tanne geschmückt im KaDeWe Berlin, Foto Ute Boysen

Wenn ich durch die adventlich geschmückten Geschäfte oder Straßen schlendere und vielfältig geschmückte Weihnachtsbäume sehe, dann gehe ich gedanklich weit zurück in meine Kindheit. Wie sah der Baum damals aus? Was hat sich nicht alles verändert im Laufe der Jahrzehnte und wie sahen wohl die allerersten geschmückten Bäume aus?

Ja wir Kinder warteten vor so langer Zeit tatsächlich bis zum Heiligen Abend, um den geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbaum zu bestaunen. Wir haben nicht die Eltern zum Kauf begleitet, haben nicht beim Dekorieren geholfen und auch nicht schon Wochen vorher den herrlichen Anblick vorweggenommen. Nein, wir waren am Heiligabend überrascht und überglücklich angesichts des Baumes, der noch echten Tannengeruch verströmte. Die silbernen Lametta Fäden funkelten im Kerzenlicht und spiegelten sich in den echten Glaskugeln. Es war einfach nur überwältigend schön.

Die Jahre vergingen, doch der alljährliche Baum wurde auf gleiche Art und Weise geschmückt und verlor nie an Reiz und Freude. Als wir Kinder größer wurden bastelten wir aus Silberpapierstreifen lange Ketten, die dann auch als Baumschmuck verwendet wurden. Strohsterne folgten. So gesehen gab es doch schon die eine oder andere kleine Veränderung.

Als mein Mann und ich unser erstes Weihnachtsfest gemeinsam verbrachten haben wir diese Tradition, die auch in seinem Elternhaus genauso begangen wurde, für uns beide weitergeführt. Und als wir unsere Familie gegründet hatten ging es ebenso weiter. Nur etwas hatte sich verändert. Mit dem Zeitgeist änderte sich der Weihnachtsbaumschmuck und ständig kamen neue Kugelfarben auf den Markt. So erstrahlte unser Baum mal in Rosa-Silber, Hellblau-Silber oder in Lilatönen. Neben den teuren Glaskugeln eroberten preiswerte Kunststoffkugeln den Markt und nach und nach veränderte sich auch das Lametta. Die früheren Metallfäden wurden durch zarte durchscheinende Kunststoff-Fäden ersetzt und noch später ganz verpönt. Seit einigen Jahren trägt der deutsche Weihnachtsbaum weitestgehend kein Lametta mehr. Natürlichkeit ist angesagt.

Doch nicht bei allen Mitmenschen und auch nicht in allen christlich feiernden Ländern. Man denke nur an die extrem ausgefallenen Metall- oder Kunststoff-Figuren in Form von Kühen im Glitzerkleid, Kühlschränken und Kaffeekannen mit Schleifendeko, Giraffen mit Gummistiefeln oder Spinnen mit Bommelmütze… Wer sich nun solcherlei Baumschmuck ausdenkt, herstellt und sogar kauft ist mir persönlich völlig schleierhaft. Aber nun denn, wie sagt der Kölner? „Jeder Jeck ist anders“.

Überraschenderweise für mich selbst bevorzugen wir mittlerweile das traditionelle Rot oder auch Weiß in der gesamten Dekoration und unser Baum erstrahlt auch schon seit einigen Jahren in Weiß. Geschmückt mit Schnee Illusionen leuchtet er im Wohnzimmer ab dem Heiligen Abend. Im letzten Jahr versuchten wir es vielen Haushalten gleichzumachen und die schöne Weihnachtsbaum-Zeit künstlich zu verlängern. Indem wir schon eine Woche vor dem Weihnachtsfest unseren Baum zum Leuchten brachten – doch es war nicht das Richtige. Der Zauber war irgendwie dahin, die Freude anders.

Weihnachtsdekoration, Schlitten und Rentiere aus Lego gebaut, Berlin, Foto Ute Boysen

In diesem Jahr haben wir unseren Baum bereits gekauft und am kommenden 4. Advent wird er hereingeholt und ausgerichtet. Doch mit dem Schmücken warten wir wieder bis zum Vorabend des 24. Dezember. Wenn wir dann Heiligabend aus der Kirche nach Hause kommen, dann ist wieder der für uns richtige Moment, den Weihnachtsbaum zum Leuchten zu bringen und damit auch unsere Augen.

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