Welttag der Pfadfinder

Pfadfinder Gründer Statue Robert Baden-Powell, Funchal, Madeira, Foto Ute Boysen

Dieser besondere weltweit bekannte Ehrentag gilt dem Gründerehepaar Robert und Olave Baden-Powell. Beide Ehepartner feierten ihren Geburtstag am 22. Februar (1857 und 1889), wodurch dieses Datum ab 1926 zum „World Thinking Day“ wurde.

Und warum gerade im Jahr 1926? Dies ist wiederum zurückzuführen auf die damals bereits 10 Millionen Mitglieder umfassende WAGGGS. Die Ehrenamtsorganisation mit der Bezeichnung „World Association of Girl Guides and Girl Scouts“ war bereits in 145 Ländern vertreten, als der 1. Welttag der Pfadfinder, der Thinking Day, in den Vereinigten Staaten von Amerika ausgerufen wurde. Sechs Jahre später im Jahr 1932 wurde die Organisation erweitert und seit nunmehr fast 88 Jahren begehen fast alle Pfadfinder der verschiedensten Länder diesen Tag als Welttag der Pfadfinder.

Eine kleine private Anmerkung: Als unser ältester Sohn etwa neun Jahre alt war begann er sich für die Pfadfinder zu interessieren. Zu diesem Zeitpunkt bestanden in unserer evangelischen Kirchengemeinde Pfadfindergruppen verschiedener Altersstufen und unser Sohn wurde also auch Pfadfinder. Mit großer Freude ging er zu den wöchentlichen Treffs und lernte enorm viel über die Natur, über den fachmännischen Aufbau eines Lagerfeuers, aber auch über den Zusammenhalt einer Gruppe gleichen Interesses. Erst als Jugendlicher wandte er sich anderen Interessengebieten zu, blickt aber bis heute gerne auf diese Pfadfinder-Jahre zurück.

Unter www.wikipedia.de wird das Wesen dieser Vereinigungen sehr anschaulich erklärt: „Ein Pfadfinder ist ein Angehöriger einer internationalen, religiös und politisch unabhängigen Erziehungsbewegung für Kinder und Jugendliche, die Menschen aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen offensteht. Ziel der Pfadfinderbewegung ist die Förderung der Entwicklung junger Menschen, damit diese in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können.“

Um das Pfadfinderwesen mit den drei Grundprinzipien verstehen zu können, muss man sich tiefer einlesen. Es sind nicht nur einfach Gruppen von Kindern oder Jugendlichen, die „beschäftigt“ werden oder lustigen Aktivitäten nachgehen. Die Prinzipien, auch Verhaltenskodex genannt, gelten weltweit für alle Mitglieder gleichermaßen: die Pflicht gegenüber einer höheren Macht (der jeweiligen Glaubensrichtung angepasste Ausdrucksweise), die Pflicht gegenüber Dritten und die Pflicht gegenüber sich selbst. Anhand dieser Verpflichtungen wird schnell ersichtlich, dass die Pfadfinder lebenssinnvolle Verhaltensregeln erlernen können und durch vier Elemente dazu altersgerecht und mit Spaß an der Sache herangeführt werden.

Pfadfinderabzeichen auf Hemd, Foto BettinaF_pixelio.de

Das Pfadfindergesetz und –versprechen, das Lernen durch Tun (engl. Learning by Doing), die Bildung kleiner Gruppen und die abwechslungsreichen altersgerechten Aktivitäten unterschiedlichster Art bilden diese Elemente zur Selbsterziehung.

Nicht zu unterschätzen ist auch das Zugehörigkeitsgefühl, welches durch die weltweit sofort erkennbare Pfadfinderkluft mit dem farbigen Dreiecks-Halstuch, dem gruppeneigenen Logo oder der Fahne unterstrichen wird.

Pfadfinder Gründer Gedenktafel Robert Baden-Powell, Funchal, Madeira, Foto Ute Boysen

Die Geschichte der Pfadfinderbewegung ist absolut lesenswert und wird ebenfalls unter www.wikipedia.de ausführlich behandelt. Wie beispielsweise der Gründer Robert Baden-Powell, englischer General und späterer Buchautor dazu kam, diese Bewegung ins Leben zu rufen. Oder die Entwicklung der Bewegung über so viele Länder weltweit hinweg, Erklärungen zu den Zielen der Pfadfinder sowie Veranstaltungen oder weiterführende Lektüre.

Der wichtigste Satz Robert Baden-Powells lautete: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ Ein Satz, der heute sicher eindringlicher wahrgenommen wird als jemals zuvor.

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