Wer war Frida Kahlo?

Mexikanische Ausnahmekünstlerin

Bemerkenswerte Frauen der Welt

Frida Kahlo Fotoaufdruck auf Kosmetiktäschchen, Foto asundermeier auf pixabay

Immer wieder begegnet uns auf Taschen, Kettenanhängern, Tassen, Tüchern oder anderen Gegenständen dieses Frauengesicht mit den ineinander übergehenden Augenbrauen und dem auffälligen Blumenhaarschmuck. Streng und hart scheint ihr Blick, verspielt und farbenfroh ihre Kleidung, ihr Schmuck. Wer war Frida Kahlo, so der Name dieser Frau?

Buchcover Frida Kahlo und die Farben des Lebens, von Caroline Bernard, Aufbau Verlag Berlin, Foto Aufbau Verlag

Das Buch „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“ von Caroline Bernard hat mich in seinen Bann gezogen und ein reges Interesse geweckt für diese Künstlerin. Geboren wurde sie 1907 in Coyacán, Mexiko-Stadt in Mexiko und dort verstarb sie auch im Jahr 1954. Fridas Vater, der deutsche Fotograf Carl Wilhelm Kahlo und ihre mexikanische Mutter aus dem indigenen Volk der Tehuantepec, lebten mit ihren Kindern im Stadtteil Coyacán von Mexiko-Stadt. Der Familienname lautete „Kahlo y Calderón“

Im Kindesalter erkrankte Frida schwer an Kinderlähmung, was eine lebenslange Beeinträchtigung ihrer Beine mit sich brachte. Doch im Alter von 18 Jahren geriet das junge Mädchen in einen schweren Busunfall und erlitt zahlreiche Brüche sowie lebensbedrohliche andere Verletzungen. Der Beginn einer extrem schweren und über Jahre andauernden Genesungszeit, liegend und sitzend verbracht. Zeit ihres Lebens musste Frida ein Korsett tragen.

Der Beginn ihrer Malerei

Genau in dieser Zeit entdeckte Frida Kahlo ihr Talent, ihr Interesse an der Malerei. Ihre Werke handeln immer wieder von sich selbst. Das heißt, Selbstportraits, selbst im Liegen unter Zuhilfenahme eines oberhalb des Bettes angebrachten Spiegels, entstanden in den schmerzhaftesten Zeiten. Viele ihrer Bilder handeln vom Schmerz. Und dennoch folgten tatsächlich farbenfrohe Werke. Die Volkstümlichkeit ihrer Heimat, die „Farben des Lebens“ in Natur und Umgebung, die Pracht von Pflanzen und Blumen inspirierten sie, lenkten ab von ihrem schweren Schicksal.

Ihr Markenzeichen „Blumenschmuck im Haar“

Ihre große Liebe zu Pflanzen und bunten Blumen im Speziellen drückte sich bei Frida Kahlo in ihrem „Modebewusstsein“ aus. So trug sie niemals gerade angesagte Frisuren, interessierte sich nicht für besondere Kleidungsstile der jeweiligen Jahre, sondern entwickelte ihren ganz eigenen Stil. Opulente Blumenkränze band und steckte sich die junge Frau in das pechschwarze Haar, selbst hergestellter Schmuck zierte Hals, Ohren und Hände und selbstgeschneiderte Kleidung machten Frida Kahlo zu einem auffälligen Erscheinungsbild. In enger Anlehnung an ihre mexikanische Heimat und zur Herkunft ihrer Mutter trug sie vorwiegend die dreiteilige Tracht, das Tehuana-Kleid.

Zum einen, weil ihr lebenslang zu tragendes Korsett mit den weiten Teilen des Kleides verdeckt werden konnte, zum anderen, weil der Rock Teil lang genug war, die beeinträchtigten Beine zu bedecken. Immer auf der Suche nach ausgefallenen Stoffen und Mustern, Borten, Bändern und Schleifen, fand sie so zu ihrem ganz eigenen Modestil, nähte ihre Garderobe selbst und sorgte damit zur damaligen Zeit überall für Aufsehen. Was heutzutage sicher nicht anders wäre. Doch Frida Kahlo blieb ihrem Stil lebenslang treu, denn es schien für sie auch eine Art Schutzschild zu sein. Der teilweise überdimensionierte Blumen-Haarschmuck lenkte automatisch alle Blicke auf das Gesicht und den Kopf – und somit fort vom Körper.

Frida Kahlo  war eine starke Frau. Eine engagierte, couragierte Kämpfernatur, die sich durch nichts in ihren jungen Jahren aufhalten ließ und auch die Schwierigkeiten ihrer Ehe mit dem 20 Jahre älteren weltberühmten mexikanischen Maler Diego Rivera durchstand.

Heute wird Frida Kahlo als Malerin, Künstlerin, Revolutionärin, aber auch als Frauenrechtlerin bezeichnet, denn es folgten Jahre, in denen sie sich in der politischen Szene bewegte und auch an Demonstrationen teilnahm. Doch das Schicksal machte es dieser so starken Frau nicht leicht. Kinder blieben ihr verwehrt, zahlreiche Fehlgeburten machten es ihr unmöglich, Mutter zu werden. Der Körper hatte zu viel erleiden müssen.

Möchten Sie mehr über das Leben dieser Künstlerin erfahren, finden Sie im Internet umfangreiche Informationen und Abbildungen ihrer Bilder.

Empfehlenswert ist das Buch

„Frida Kahlo und die Farben des Lebens“
von Caroline Bernard
2019 erschienen im
Aufbau Verlag GmbH & Co. KG Berlin
ISBN: 978-3746635910
14,00 €

Über das Leben und Wirken der Künstlerin Frida Kahlo erschienen zahlreiche andere Bücher, Theaterstücke, eine mexikanische Kammeroper mit Welturaufführung im Jahr 2011 in Heidelberg und auch Filme. So beispielsweise der Film aus dem Jahr 2002 mit Salma Hayek und Antonio Banderas namens „Frida“.

Wenn ich heute Taschen, Gegenstände oder Kunstdrucke mit dem Gesicht oder dem auffälligen Gesamterscheinungsbild von Frida Kahlo sehe – dann sehe ich auch immer ihre Lebensgeschichte dahinter. Und ich bewundere diese Frau.

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