Zwischenbericht „wie es mir geht“

Vor einigen Wochen erhielt ich die erste Bisphosphonate-Infusion, die ich nicht so ganz gut vertragen habe. Schon die Verabreichung über die Arm-Vene brachte Probleme mit sich, denn ich habe auf der linken Seite, wie ich schon in früheren Berichten erzählte, nicht mehr den besten Venen-Zugang. Doch letztendlich hat alles recht gut geklappt und kurze Zeit später war der erste Schritt getan.

Allerdings wurde meine linke Wange schon auf dem Weg nach Hause dick und knubbelig und ich machte mir doch ein wenig Sorgen. Die Vertretungszahnärztin meines Zahnarztes leitete mich direkt weiter zu einem Kiefernspezialisten, da es sich offensichtlich nicht um eine Zahn-Reaktion gehandelt hatte. Dort war auch dem Spezialisten nach eingehender Begutachtung nicht wirklich klar, womit wir es zu tun hatten. Doch ein Antibiotikum erschien ihm sinnvoll, da die Schwellung wohl am ehesten in den „Entzündungsbereich“ einzustufen war. Zwei Tage später waren die knubbeligen dicken Wangenstellen verschwunden. Insgesamt ging es mir nach der Infusion für zwei Tage nicht wirklich gut und ich hoffe, dass ich die nächsten anstehenden Maßnahmen besser vertrage.

Über all die kleinen Zipperlein zu sprechen oder zu schreiben würde zu weit führen und es ist nur die Summe aller Dinge, die mir etwas zu schaffen macht. Dazu gehört auch Müdigkeit, Abgespanntheit und geringe Belastbarkeit. Vielleicht geht es aber anderen Menschen ähnlich, denn das Wetter ist momentan auch etwas anstrengend. Insgesamt gesehen muss ich mir immer wieder sagen, dass mein Körper ein drittes Mal eine gewaltige „Aufgabe“ meisterhaft bewältigt hat. Das Thema „Brustkrebs“ ist aber leider durch die Folgeerkrankungen noch nicht abgeschlossen, da die Osteoporose Erkrankung und der Bluthochdruck nicht zu unterschätzende neue Risiken birgt.

Und dann wurde beim Ultraschall wieder Wundwassereinlagerung in der operierten Brust festgestellt. Doch alle zwei bis drei Monate eine Punktion vornehmen zu lassen halte ich selbst für etwas bedenklich. Ist es doch immer wieder ein, wenn auch winziges, Eindringen in die Brust und den OP-Bereich. So überlegte auch der Gynäkologe, ob es nicht besser sei, vorerst keine Punktionen vornehmen zu lassen. Schließlich entschied die Chirurgin, nicht zu punktieren. Wir warten also ab, wie es sich entwickelt und entscheiden in einigen Monaten, wie es behandlungsmäßig weitergehen soll.

Meine Haare wachsen erfreulicherweise lockig vor sich hin und an manchen Stellen kippen sie aufgrund der Länge schon um. Ich probierte eine Föhnfrisur aus, die mich allerdings wie einen Vileda-Wischmopp aussehen ließ. Ich werde wohl noch einige Monate warten müssen, bis ich wieder eine Halblangfrisur tragen kann. Doch was sind einige Monate angesichts des vergangenen Jahres…? Stimmungsmäßig habe ich leider momentan ein kleines Tief, obwohl ich glücklich darüber bin, auch zum dritten Mal diese schwere Krankheit so gut überstanden zu haben. Ich hoffe, diese Phase wieder recht schnell hinter mir lassen zu können.

Wie heißt es doch so schön? Aufstehen, Krone richten, weitergehen… In diesem Sinne liebe Grüße an all‘ meine Leserinnen und Leser, Eure Ute

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