Zwischen Hoffen und Bangen

Löwenzahlblüte wächst aus Steinfugen, Foto Ute Boysen

Zwei Wochen sind vergangen seit der Operation. Zwei Wochen im Wechselbad der Gefühle. Morgen findet ein Gespräch mit dem Gynäkologen statt.

Was mich momentan an mir selbst erstaunt ist eine große Ruhe. Nachdem ich durch vielerlei Gefühle regelrecht taumelte und häufig genug von jetzt auf gleich extrem traurig wurde, ist eine tatsächliche Ruhe über mich gekommen. Und ich sage mir „es ist wie es ist, ich schaffe, was auf mich zukommt und alles wird gut“. Das mag sich vielleicht blauäugig anhören, nicht nachvollziehbar. Aber es ist mein Weg.

Die meisten beunruhigenden Gedanken mache ich mir über die anstehende Chemotherapie und den Haarverlust. Doch darüber ununterbrochen nachzudenken wäre Kraftverschwendung, denn Klarheit über die kommenden Behandlungen erhalte ich wohl frühestens am 9.7. von den Onkologen. So bin ich im Großen und Ganzen also ruhig, nachdenklich, oft traurig natürlich, aber zuversichtlich, dass letztendlich alles gut wird.

Als ich im Jahr 2008 zum zweiten Mal erkrankte, hatte ich die Operation erstaunlich schnell überstanden und mich voller Freude wieder in meine ehrenamtlichen Arbeiten vertieft. Nun sind aber 10 Jahre vergangen und ich stelle fest, dass der Körper länger benötigt, um mit solch einer Operation fertig zu werden. Der Heilungsprozess an sich dauert seine Zeit, aber auch die gesamte körperliche Verfassung ist auch zwei Wochen nach der Operation noch nicht wiederhergestellt. Ich selbst rate so gerne meinen lieben älteren Bekannten „… lass Dir und Deinem Körper doch Zeit für die Heilung…“, um nun festzustellen, dass ich selbst ungeduldig darauf warte, meinen normalen Alltag wieder aufnehmen zu können.

Doch das wird dauern, denn es kommen ja noch ein paar anstrengende Monate auf mich zu.

Für heute tschüss allen Blog-Besuchern,
Eure Ute

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